Flugziele/Südengland
Südengland

Insbesondere die gesamte südliche Küste Englands ist sehr schön und es macht viel Spaß, dieser in geringer Höhe VFR entlang zu folgen. Auch das Landesinnere des Südens Englands mit seinen lieblichen Landschaften erfreut den Flieger immer wieder. Aber auch für einen Aufenthalt am Boden lohnen sich einige Orte Südenglands sehr. Außerdem ist Südengland (Insbesondere Südostengland) natürlich jener Teil der britischen Inseln, der von Zentraleuropa aus kommend der naheste und am schnellsten zu erreichende ist. Selbst mit einfachen Flugzeugen wie C172 oder PA28 kann man aus Deutschland kommend in 3 Stunden non-stop dort sein.

Im diesem Abschnitt möchte ich ein paar Empfehlungen sowohl der Flugplätze als auch touristisch interessanter Ziele in Südengland abgeben. Zu beachten ist, dass ich einigen besonderen Flugplätzen und Orten im Bereich des südlichen Englands (London, Oxford & Cambridge, der Isle of Wight, den Kanalinseln, den Scilly Isles, und Cornwall) jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet habe.

Vorweg: Insgesamt ist Südengland ein extrem dicht besiedelter Raum. Daher haben nahezu alle Flugplätze ziemlich ausgeklügelte Lärmschutzverfahren. Diese sollte man natürlich unbedingt auch als Gast beachten. Meist findet man dazu sehr gute Informationen auf den platzeigenen Websites und in den Flight-Guides; in aller Regel wird man auch beim PPR-Anruf noch mal genau diesbezüglich gebrieft.

Und noch ein Punkt: Besonders entlang der Südküste Englands befinden sich zahlreiche Danger Areas. Es sei an dieser Stelle noch einmal daran erinnert, dass man in UK Danger Areas (EG-D...) nicht grundsätzlich einfach so auf eigene Gefahr durchfliegen darf, sondern sich entweder über Funk über deren Inaktivität versichern, oder sich von der zuständigen ATC-Stelle einen Durchflug genehmigen lassen sollte, insofern das möglich ist. Sonst muss man eben frei bleiben.

Das andere ist, dass der Süden Englands (insbesondere im Raum London) voll mit kontrolliertem Luftraum ist und die VFR-Karte ein ziemliches Chaos aus in sich verschachtelten Lufträumen ist, die entweder eine Freigabe erfordern (D) oder unter VFR gar gänzlich zu meiden sind (A). Insbesondere ist da natürlich die TMA London zu nennen, welche auch bis an die südlichen Küsten reicht. Verstöße werden hier sehr rigoros geahndet. Also: Gut aufgepasst! Siehe dazu auch den Abschnitt "Luftraumstruktur".

Geographische Highlights

Bevor wir in die einzelnen Flugpätze einsteigen, seien hier einige geographische Highlights genannt, die unbedingt mal "abgeflogen" sein sollten.

Da sind zum einen die berühmten Steilküsten der südenglischen Küste. Die berühmtesten sind die White Cliffs of Dover (genau gesagt: vor allem jene östlich der gleichnamigen Stadt). Siehe z.B. meinen Fotobericht aus 2013 oder jenen aus 2017. Hier kommen die meisten VFR-Piloten nach ihrer Kanalüberquerung ohnehin mehr oder weniger vorbei. Eine eher noch schönere Steilküste ist die von Beachy Head (westlich von Eastbourne), mit den sich direkt westlich anschließenden so genannten "Seven Sisters". Siehe meinen Fotobericht aus 2014. Hier kann man herrlich entlang der Steilküste flanieren und die Blicke (und meist den Wind!) genießen.

Außerdem sehr reizvoll ist die Solent-Region (der gesamte Abschnitt zwischen Chichester und Southampton) mit ihren vielen Wasserwegen, tausenden von Sportbooten, Stränden, Dünen und Ortschaften. Siehe hierzu ebenfalls meinen Bericht aus 2014. Auch der - leider an Flugplätzen sehr arme - Abschnitt von Bournemouth bis Exeter (die "Jurassic-Coast", übrigens UNESCO-gekrönt), hat sehr viel aufgregende Natur und schöne Strände bzw. Steilküsten zu bieten (siehe meine Fotoserie von der Reise aus 2015 und dem PuF-Bericht von der Reise 2016). In diesem Abschnitt ist inbesondere auch das Hinterland (Richtung Salisbury) mit seinen sanften Hügeln sehr reizvoll. Dem wunderschönen Cornwall ist wie gesagt ein ganz eigenes Kapitel gewidmet - siehe auch hierfür meinen Reisebericht aus 2015. Zuguterletzt ist auch die gesamte Region rund um Bristol mit ihren doch recht stattlichen Hügeln und den beeindruckenden Brücken über dem Bristol Channel sehr interessant. Wobei leider auch die Gegend von Bristol für GA-Flieger nicht sonderlich gut mit GA-geeigneten Plätzen ausgestattet ist.

So; nun konkret zu den Flugplätzen. Bei dieser Übersicht über die schönsten und lohnenswertesten Plätze Südenglands möchte ich im Südosten anfangen und mich in Richtung Südwest "vorarbeiten".

Clacton-on-Sea (EGSQ)

Dieser kleine Platz liegt ganz im Südosten von UK, also an der Nordseeseite, quasi in Verlängerung der Themsemündung. Er eignet sich gut für einen Strandausflug, denn man kann in relativ kurzer Zeit zu Fuß in den Ort und an den Strand gehen; allerdings ist die Graspiste ist schmal, eher kurz und kann unter Umständen weich sein. Dennoch gibt es einen recht aktiven Aeroclub. Wichtig: die Piste kreuzt mittig ein Fußweg. Und. die Fußgänger haben "Vorfahrt"! Also: Augen aug und im Zweifel einmal durchstarten.

Geparkt wird westlich der Piste, aber nicht direkt vor dem Clubhaus, denn der Platz ist für den Aeroclub. Freundliche Leute. Der Fußweg ans Meer, wo es auch zwei Restaurants gibt, dauert 15 Minuten; um an den Pier und in das Stadtzentrum zu kommen, muss man noch einmal gut 10 Minuten an der Promenande entlanggehen, was aber angenehm ist.

Clacton ist allerdings ein typischer Nordseestrandort. Heißt: der Strand und das Meer ist nicht so schön wie in Teilen Südenglands. Außerdem macht hier eher einfaches Publikum Urlaub. Heißt: es gibt praktisch keine richtigen und empfehlenswerten "Restaurants", sondern eher Fish & Chips und anderes "Zeug". Dennoch: auch diese Orte haben irgendwo ihren besonderen Reiz und man kann hier durchaus auf der Durchreise mal einen Stopp einlegen und ein paar Stunden verbringen. Es gibt allerdings kein Avgas am Platz. Dafür liegt direkt auf der anderen Straßenseite des Aeoclubs ein Golfplatz.

Der Aeroclub ist auf Spornradtraining spezialisiert, d.h. man kann dort auf deren Super Cub trainieren, Einweisungen für "Farm Strips" erhalten etc. Auch eine kleine Wartungsfirma wird hier unterhalten.

Jährlich gibt es in Clacton eine Airshow an der Seafront: www.clactonairshow.com.

Flugplatz Maypole (EGHB)

Dieser nette Grasplatz nahe Canterbury wurde leider Ende 2020 verkauft und ist geschlossen worden. Sehr schade; es gibt nun im Norden und Osten Kents keinerlei für Gäste nutzbaren Flugplatz mehr.

Zum Thema Manston (EGMH)

Der riesige IFR-Platz Manston (EGMH) wurde leider im Mai 2014 geschlossen.

Es erscheint derzeit eher unwahrscheinlich, dass der Platz je wieder eröffnen wird, auch nicht als "unlicensed aerodrome". Die Eigentümerin hat offenbar kein Interesse an Flugbetrieb und möchte das riesige Areal offensichtlich anderweitig "verwerten". Eine weitere, wirklich traurige Geschichte. Einmal mehr der Beweis, dass mit der Art und Weise, wie Flughäfen und Flugplätze in UK planungsrechtlich eingestuft sind (Stichwort: Betriebspflicht, öffentliche Infrastruktur) etwas nicht stimmt. Dennoch: aktuell (2021) gibt es nun doch einen neuen Genehmigungsantrag, um aus dem Gelände wieder einen Flughafen (vor allem für Frachtverkehr) zu machen. Wenn überhaupt wird es bis zu einer Wiedereröffnung aber sicher noch etwas dauern, zumal das Gelände s2021 zeitweise als Lkw-Parkplatz (Brexit!) genutzt wurde.

Lashenden-Headcorn (EGKH)

Ganz einfach ein schöner, wenn auch rustikaler Sportfliegerplatz im Südosten Englands.Von hier fliegen auch Harvards, Spitfires und Hurricanes, teilweise im Rundflugbetrieb!

Es gibt Duschen und Toiletten und das Zelten am Flieger ist erlaubt. Am Platz gibt es ein einfaches (sprich; typisch englisches) Fastfood-Cafè, das eher nicht zu empfehlen ist. Tipp stattdessen: das "Bell Inn" in Smarden (am Flugplatzausgang nach links gehen, dann ca. 15 Minuten zu Fuß). Direkt am Flugplatzrand gibt es auch noch das "Wings Bar & Restaurant". Beim Tanken von mindestens 50 Litern wird keine Landegebühr mehr erhoben (sonst 13 Pfund). Der Platz hat aufgrund des Ambientes und des ländlichen Charmes insgesamt einen guten Ruf, ist aber letztlich nichts so Besonderes. Die Piste ist auerdem leicht "bumpy". Zwei Kilometer vom Platz entfernt liegt der Bahnhof von Headcorn, von dem aus es auch Züge nach London gibt (Fahrzeit ca. 1 Stunde).

Old Warden (EGTH) / Shuttleworth Collection

Eine international weniger als Duxford, in UK aber umso mehr bekannte Ausstellung historischer Flugzeuge findet sich auch dem Grasplatz Shuttleworth / Old Warden (EGTH), ca. 80 Kilometer nördlich von London. Website: www.shuttleworth.org. Es handelt sich hauptächlich um sehr gut erhaltene Exemplare aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. Außerdem gibt es einen schönen "Swiss Garden" und ein "Cafe".

Die Piste wurde vor einiger Zeit effektiv verlängert und ist jetzt über 800 Meter lang. Insgesamt ein sehr atmosphärischer Grasplatz. Die Landegebühr deckt auch den Eintritt ab; dennoch wird eine zusätzliche Spende gerne gesehen.

Pent Farm

Kommen wir nun zur Südküste Englands. Im Hinterland von Folkestone, im Dorf Postling, liegt diese "richtige" landwirtschaftliche Farm. Dazu gehört ein Strip mit 1000 Metern Gras. Die Piste hat nach Westen leichtes Gefälle; außerdem aber verläuft östlich des Platzes ein nicht zu verachtender Hügelzug. Der ist bei Landungen auf der 25 ein Faktor. Vor allem aber bei Starts auf der 07 ist er zu berücksichtigen. Tendenziell wird immer auf der 25 gestartet, außer bei starkem Wind aus Ost oder Nordost. Wie immer in UK ist der größere Faktor aber, ob und wieviel wie es zuvor geregnet hat.

Der Eigentümer, Chris Reynolds, ist ein absoluter Gentleman. Sehr gerne lädt er Gäste ein, auf seinem Platz zu landen. Man muss eben lediglich zur Kenntnis nehmen, dass es sich nicht um einen richtigen CAA-lizensierten Flugplatz mit entsprechenden Standards handelt. Außerdem sollen die Ortschaften im Platzumfeld nicht überfloegen werden. Am Platz befindet sich eine kleine Werft für Oldtimerflugzeuge.

Dieser Platz ist wirklich ein Geheimtipp. Ideal, wenn man nur mal "nach England" fliegen möchte, ohne allzu fern weiter ins Land zu fliegen. Je ca. 2,5 Kilometer vom Platz gibt es zwei kleine Bahnhöfe, Wesntenhanger und Sandling. Von beiden kommt man in aller Kütze nach Folkestone und nach Dover. Wenn man möchte auch noch weiter bis nach Ramsgate, ganz an der Ostspitze Kents. Oder aber, in die andere Richtung, sogar ohne Umsteigen bis nach London!

Folkestone ist eine recht nette Stadt. Nette Künsterlszene in der Old High Street. Der Hafen ist eine riesige Vergnügungs- und Verköstigungsmeile. Natürlich gibt es überall Seafood. Gut ist das "Little Rock". Übrigens gibt es nur ein paar Kilometer nördlich von Folkestone, im Örtchen Hawkinge ein Luftfahrtmuseum, welches "Kent Battle of Britain Museum" heißt und wo es u.a. im Freiluftdisplay einen weitgehend erhaltenen Heinkel He-111-Bomber aus dem 2. Weltkrieg gibt.

Dover ist eher nicht so sehr schön. Dort gibt es neben einer kleinen, aber feinen Strandpromenade mit Häuserzeile im viktorianschen Stil vor allem das Dover Castle, welches zu besichtigen lohnt. Außerdem sind natürlich ausgdehnte Wanderungen an den Cliffs of Dover entlang sehr schön. Von hier aus kann man mit dem Zug recht schnell nach Canterbury mit seiner berühmten Kathedrale gelangen.

Lydd (EGMD)

Eigentlich nur für technische Stops wirklich geeignet. Ein Platz, der vor allem mit Trainingsanflügen (IFR) und Trainingslandungen von Flugschulen sein Geld verdient. Das ILS ist allerdings seit 2022 b.a.W. außer Betrieb; außerdem hat es ohnehin recht hohe Minima. Heißt: bei richtig schlechtem Wetter kommt man hier u.U. nicht rein. Es gibt hier nichts Interessantes in der unmittelbaren Nähe des Platzes zu zun oder zu sehen, und es gibt auch keine Mietwagen am Platz. Das Cafe ist recht gräuslich (2022 geschlossen). Einziger Pluspunkt: man kann hier günstig und bequem Avgas tanken, wenn man danach aus dem Königreich ausfliegt, weil dann direkt die Mineralölsteuer abgezogen wird.

Deanland (EGKL)

Deanland ist ein hübscher, aber recht kurzer Sportflugplatz grob in der Nähe von Eastbourne, allerdings ca. 15 Kilometer landeinwärts. Ein netter erster Stopp auf englischem Boden nach der Kanalüberquerung. Wegen Lärmschutz und kurzer Piste ist der Platz strikt PPR; der PPR-Kontakt und (Teil-) Inhaber David ist sehr freundlich und heißt geeignete Maschinen sehr willkommen. Wegen Lärmschutz sollte man die platzeigene Website beachten. Der Funk ist in der Regel nicht besetzt. Die Piste ist stets in gutem Zustand und ist kurz gemäht. Insgesamt ist sie aber trotzdem eben nur 500 Meter lang. Im westlichen Teil davon ist eine (recht lange) Welle drin. Es gibt Kaffee und Kekse im Clubhaus, viel mehr nicht. Landegebühr per "honesty box", 12 Pfund (sollte man passend in Pfund haben) oder man kann auch online über die Website des Platzes bezahlen. Insgesamt sehr nett. Nach Eastbourne ist es aber wie gesagt recht weit. Dennoch lohnt sich der Weg, vor allem wegen der Wanderungen oberhalb von Beachy Head.

Shoreham (EGKA)

Shoreham (nahe Brighton) ist eines der vielen Seebäder an der englischen Südküste, ca. 75 km südlich von London gelegen. Der Platz hat eine Asphaltbahn und eine krezuende Grasbahn, IFR-Anflüge (RNP) sowie Avgas und Jetfuel. Dieser Platz ist einer der wichtigsten GA-Plätze im Süden Englands und es gibt mehrere Flugschulen, Clubs, Privatmaschinen, etc. Dadurch bedingt ist dort bei gutem Wetter viel los, insbesondere an Wochenenden. Die Gebühren sind für einen reinen GA-Platz nicht billig - 32 Pfund allein für die Landung (bis 1,5 Tonnen, darüber noch etwas mehr). Außerdem high-vis-Pflicht! Die Gebühren (und auch etwaigen Treibstoff) kann man hier übrigens auch über die aeroPS-App bezahlen.

Aufgrund von Fluglotsenmangels ist Shoreham zu gewissen Wochtentagen und Tageszeiten kein kontrollierter (TWR+APP) Platz mehr, sondern nur mit A/G Service. Außerdem gilt zu den A/G-Zeiten eine Beschränkung der Flugbewegungen, so dass hier sogar mit Slots hantiert werden muss.

Ein Leckerli dieses Platzes ist das charakteristische, im Art-Deco-Stil gebaute, historische Terminalgebäude. Das "Restaurant" darin ist britischer Durchschnitt.

Am Platz gibt es einen Transair Pilot Shop. Man kann zu Fuß in gut 10 Minuten an den (steinigen) Strand von Shoreham gehen. Nur ein paar Kilometer weiter entfernt liegen die bekannten Seebäder Worthing und vor allem Brighton. Die Brighton Pier ist schon ganz imposant, ist allerdings letztlich auch nur eine Spielbudenstätte. Die Innenstadt von Brighton mit ihren teilweise viktorianischen Häusern ist ganz nett. Insgesamt aber hat diese Gegend touristisch seine besten Zeiten natürlich schon lange hinter sich.

Am schönsten ist in der weiteren Umgebung noch das Seebad Eastbourne (mit dem Zug zu erreichen). Sehenswert sind in der Gegend die Kreidefelsen westlich der Landspitze "Beachy Head", die "Seven Sisters". In Eastbourne findet jährlich im August die größte, an einer Küstenlinie ausgetragene Airshow statt, die "Airbourne / Eastbourne International Airshow" (siehe Abschnitt "Airshows"). Auch Shoreham selbst hatte bisher eine jährliche Airshow, welche es allerdings auf absehbare Zeit (nach dem 2015er Hunter-Crash) nicht mehr geben wird.

Es gibt in dieser Gegend UBER, was ich für Fahrten zwischen diesen Orten empfehle. Die Mietwagenfirma Enterprise (genau gesagt deren Agentur in Hove) stellt Berichten zu Folge auf grundsätzlich Anfrage Autos am Flugplatz bereit. Das scheint aber Glückssache zu sein.

Bognor Regis (EGKC)

Dieser Platz wurde erst Ende 2016 wiederbelebt, nachdem er eine paar Jahre brach lag und zuvor rein privat war. Es handelt sich um eine 600 Meter lange Asphaltpiste am Rande des gleichnamigen Seebads Bognor Regis. Sie wird jetzt von einem kleinen Segelflugclub betrieben. Mit PPR für Motorflugzeuge geht man leider sehr sparsam um. Wertvoll ist der Platz allerdings, wenn man in die Gegend von Chichester möchte und nicht auf den Graspisten des nahe gelegenen Flugplatzes Goodwood landen möchte. Ansonsten ist der Platz aber wirklich nur ein Streifen Asphalt in der Landschaft und hat wenig zu bieten; u.a. kaum Parkflächen. Auch der Ort Bognor Regis ist nichts Besonderes. Die Website des Clubs ist hier. Der Platz ist in der aktuellen Version des Pooleys-Guides enthalten; das entsprechende Blatt findet sich aber auch auf der Website. Direkt an die Bahn grenzt ein Golfplatz. Achtung: die Landegebühr für Zweimots ist unverschämt.

Goodwood / Chichester (EGHR)

Goodwood liegt östlich von Portsmouth, leicht im Inland von West Sussex, nahe der Stadt Chichester. Ein mitunter sehr betriebssamer Flugplatz in einer schönen Gegend und eine gute Basis, um vom Boden aus die Südküste Englands zu erkunden. Viele Oldtimer am Platz (Spitfires, Harvards, etc.)! Der Platz ist Teil eines großen Sport- und Freizeitkomplexes ("Goodwood Estate"), mit u.a. einer Pferderennbahn, einer Autorennstrecke, einem Hotel, sowie zwei Golfplätzen.

Highlight dieses Platzes sind die vier jährlich stattfindenden, typisch englischen Themenevents, u.a. mit einem Display historischer Fahrzeuge, Pferderennen, etc. Dazu gehören das " Festival of Speed" (Ende Juni) und das "Goodwood Rivival" (September). Mit vorheriger Genehmigung ist es auch möglich, zu letzterem Event einzufliegen, dann allerdings mit sehr (!) hohen Gebühren. Außerdem müssen die Tickets für das Events separat gekauft werden, ebenfalls nur vorab.

Die Pisten sind Gras, aber lang genug. Früher tendierten sie in der nassen Jahreszeit dazu, weich zu sein. Allerdings wurden 2017 erhebliche Arbeiten durchgeführt, um einen Teil der Pisten besser herzurichten und weniger anfällig zu machen.

Die Landegebühren (an normalen Tagen) sind im moderaten Bereich, aber für einen Grasplatz doch eher einen Tick hoch. Avgas dafür meist relativ günstig. Wenn man tankt (an einer sehr hübschen Shell-Tankstelle im Retro-Look) gibt es außerdem Rabatt auf die Landegebühr. Das Gebäude wurde vor ein paar Jahren renoviert und ist jetzt recht ansprechend. Dort auch das "Cafe", das unter britischen Piloten mittlerweile beliebt ist. Ein Taxi nach Chichester ist nicht sehr teuer. Bei Bedarf ist das schicke Goodwood Park Hotel gerade noch in Fußmarschdistanz vom Platz.

Lee-on-Solent / "Solent Airport" (EGHF)

Ein strategisch gut gelegener Platz an der südenglischen Küste, ein paar Kilometer südöstlich von Southampton, direkt am Wasser des Solent gelegen. Ich mag diese von Wasserwegen umschlungene Küstengegend landschaftlich sehr gerne; hier in 1000 Fluß entlang zu fliegen macht sehr Spaß. Aufpassen muss man allerdings auf die in dieser Gegend recht anspruchsvolle Luftraumstruktur. Die gesamte Region ist sehr dicht besiedelt und wird daher auch als "South Coast Metropole" bezeichnet. Für einen Besuch von Portsmouth (insbesondere der berühmten Portsmouth Dockyards, u.a. mit dem Museumsschiff HMS Victory) ist Lee ideal. Und auch als kostengünstige Alternative für einen Overnight-Besuch in Southampton ist Lee geeignet.

Der Platz ist ein ehemaliger Navy-Platz (Kennung damals EGUS) und verfügt aber über eine 1300 Meter lange Asphaltpiste. Nachdem er vor einigen Jahren schon eimal quasi "dicht" war, wurde er u.a. von der AOPA UK gerettet und ist heute wieder im Gange und ein daher positives Beispiel. Er wird außerdem seit Ende 2014 Stück für Stück grunderneuert; seit Frühjahr 2015 ist er auch wieder lizensiert. Seit 2016 wird der Platz, der bis dahin auch "Daedalus Airfield" hieß, nun also "Solent Airport" vermarktet. Insgesamt möchte man in Zukunft eher auch die "große" GA (also alles von der TBM aufwärts) anlocken, was möglicherweise für die "kleine" GA Nachteile haben wird, aber das ist vorwiegend noch Zukunftsmusik. Allerdings wurden sämtliche am Platz stationierten Segelflugzeuge 2018 schon mal "rausgeschmissen"...

Bisher sind die Landegebühren sind im normalen Rahmen. Die Website solentairport.co.uk enthält außerdem sehr gute Informationen, die man unbedingt vorab studieren sollte.

Vorsicht ist beim Anflug hinsichtlich der Luftraumstruktur geboten, denn westlich liegt die Solent CTA und direkt nordöstlich liegt ein militärischer Hubschrauberlandeplatz. Deshalb wird auch beim PPR sehr auf diese Besonderheiten hingewiesen. Es gibt Avgas und Jet. Die Asphalltparkflächen sind begrenzt, so dass man häufig auf Gras parken muss, welches manchmal weich ist.

Seit 2015 gibt es vom Abstellplatz aus direkt einen Ausgang (zu Fuß) in Richtung Südwesten, ans Wasser (das war früher nicht der Fall). Man kann also Lee sehr gut als kleinen Zwischenstopp einplanen, um sich ein Stündchen am Wasser, mit Blick auf die Isle of Wight, die Füße zu vertreten. Direkt dort gibt es eine Snackbude. Der Strand ist steinig. Einen Kilometer dem Wasser entlang in Richtung Südosten befindet sich die recht ordentliche Restaurant "On the Water". Seit 2018 gibt es auch ein "Cafe" ("Cafe at 05") direkt am Platz.

Insbesondere eignet sich Lee aber eventuell auch sehr gut als Alternative für das bei längeren Aufenthalten ziemlich teure Southampton (EGHI). Es gibt auch eine lokale Mietwagenfirma, welche auf Anfrage ein Auto am Platz bereitstellt (Fareham Self Drive, Tel. 00441329822334). Aber auch ein UBER vom Flugplatz Lee nach Southampton kostet nur ca. 30 Pfund. Außerdem kann man wie gesagt von Lee aus gut Portsmouth besuchen. Dafür ist es eine kurze Taxifahrt nach Gosport und dann eine noch kürzerer Fährenhüpfer.

Southampton (EGHI)

Die große historische Hafenstadt Südenglands. Der Flughafen liegt nur ein paar Kilometer nordwestlich der Stadt und hat etwas Linienverkehr. Der Platz hat natürlich alle Annehmlichkeiten, auch Avgas.

Der Flughafen hat allerdings Ende 2019 mit der FlyBe-Pleite einen Großteil seiner Linienflüge verloren. Dadurch wurden auch die Öffnungszeiten spürbar gekürzt. Hier stets die aktuelle AIP + NOTAMs checken.

Für PPR sollte man sich stets an das "Airside Operartions Team" wenden. Zum Thema Gebühren: Die Gebühren für Landungen sind mit ca. 40 Pfund erträglich. Die Parkgebühren (ab zwei Stunden Parken) sind aber etwas höher. Dies hat mit den geringen verfügbaren Parkflächen zu tun. Ggf. wird man für das Parken an den Handling Agent Signature verwiesen, was es noch teurer macht.

Bekannt ist Southampton wie gesagt für seinen Hafen; es ist ein bisschen das Hamburg Englands, ohne allerdings ansatzweise so schön und aufregend zu sein. Zum Beispiel war Southampton früher der routinemäßige Starthafen der Titanic. Und auch heute noch ist es der wichtigste europäische Startpunkt für Kreuzfahrten. Übrigens wird ein Rundflug über dem Hafen auf Anfrage meist genehmigt.

Ein Bahnhof liegt direkt gegenüber des Airline-Terminals. Von dort fahren regelmäßig Züge ins Stadtzentrum. Insofern sehr komfortabel also.

Old Sarum / Salisbury (EGLS)

Leider wurde dieser historische (und sehr nützliche, da nahe an Stonehenge und der Stadt Salisbury gelegene) Flugplatz Ende Oktober 2019, wohl für immer, de facto geschlossen. Genau genommen ist der nicht zu 100% zu, denn die örtliche Fallschirmsprungunternehmen darf dort noch operieren. Für Gaste aber ist der Platz geschlossen. Hintergrund ist, dass der Eigentümer auf Biegen und Brechen versucht, den Platz ganz zu schließen und ein Wohngebiet darauf zu errichten. Ein Trauerspiel.

Seit Mitte 2020 gibt es die trotzige Ankündigung des Plazbetreibers, den Platz nun wieder ganz im großen Stil zu eröffnen, während er weiter gegen diejenigen prozessiert, die ihm die Baugenehmigung verweigern. Konkret ist das bisher allerdings nicht. Lediglich der Hinweis, dass der Platz in Zukunft evtl. wieder (für begrenzte Zeit?) öffnen könnte.

Übrigens kann man grundsätzlich Stonehenge (natürlich mit Sicherheitsmindesthöhe) auch überfliegen und umkreisen. Man sollte dabei aber auf die (ganz knapp nördlich davon beginnende) EG-D125 aufpassen. Außerdem auf die Boscombe ATZ.

Bournemouth (EGHH)

Der Flughafen von Bournemouth eignet sich eigentlich sehr gut für einen Besuch der schönen Strände von Bournemouth, Sandbanks und Swanage, sowieso insgesamt der schönen Gegend des Poole Harbour. Leider ist er u.a. wegen obligatorischen Handlings (Bliss Aviation) ziemlich teuer (ca. 110 Pfund mit einer Übernachtung bei weniger als 1 Tonne, 130 Pfund bei 1 bis 1,5 Tonnen; bei 1,5 bis 2 Tonnen sind es ca. 150 Pfund); dafür ist dann aber auch alles da, was man so brauchen kann, also gute Öffnungszeiten, lange Asphaltbahn, Treibstoff, IFR-Anflüge, Flugzeugwerkstätten, sowie Mietautos (im Terminal); letzteres ist aber zu prüfen; 2022 gibt es keine!). Bliss operiert nur aus einem "Container"; ist nicht so schön, es tut aber seinen Job. Allerdings gilt der Platz, aufgrund der Gebühren und auch was die gesamten Verfahren angeht, insgesamt nicht mehr als sehr GA-orientiert.

Bliss kann man aber trotzdem keinen großen Vorwurf machen; sie reagieren prompt auf e-mails, sind freundlich und bringen Gäste kostenlos per Auto auf die andere Seite des Flughafens, um einen Mietwagen zu nehmen (wenn dort verfügbar). Außerdem bekommt man kostenlos Getränke. Das alles relativiert die Kosten ein wenig. Aber bedenken: Bliss ist vor allem eine Flugschule, d.h. die machen nur "normale" britische Uhrzeiten ("9 to 5"). Wer außerhalb dieser Zeiten starten oder landen möchte, muss sich an Signature wenden, was noch viel teurer ist. Am Platz gibt es einen Pilot Shop (bei der Firma Bournemouth Avionics). Eine Taxifahrt an den Strand in Bournemouth (echt schön!) kostet knapp 20 Pfund. Dieser liegt laut Trip Advisor Ranking immerhin auf Platz 5 der schönsten Strände Europas. Das ist also wirklich eine Nummer!

Im Sommer, bei schönem Wetter sei die gesamte Ecke des Poole Harbour absolut empfohlen. Traumhafte Strände, Dünen, Vegetation, Architektur, Restaurants, etc. Einer der ganz schönen Flecken der Insel. In Sandbanks unbedingt ins Fischrestaurant "Rick Stein" (reservieren!). Fast genauso gut ist das Shell Bay Restaurant, direkt auf der anderen Seite der Fähre (ebenfalls buchen). Vor allem aber sollte man dort auf die Landspitze bei Studland. Dort sind die Old Harry Rocks und generell wunderbare Kalfsteinkliffs, die ein berühmtes Motiv darstellen.

Die besten Muscheln der Gegend (und vielleicht ganz Englands) gibt es in Swanage, im "Gee Whites", was allerdings "nur" ein einfaches Strandsrestaurant ist. Zwei sehr schöne Golfplätze in der Gegend sind der Parkstone Golfclub und der Purbeck Golf Club. Buchen aber unbedingt notwendig; ersterer hat außerdem Dress Code und ist nicht ganz billig.

Auch die Gegend noch weiter nach Westen ist nicht weniger schön. Quch die riesrigen Strände bei Weymouth zählen mit zu den schönsten Europas.

Wer diese Gegend besuchen will, aber die Gebühren in EGHH nicht bezahlen möchte, kann alternativ folgenden, ca. 25 Kilometer nordwestlich gelegenen Platz nutzen:

Compton Abbas (EGHA) / Shaftesbury

Dieser Platz ist ein bisschen das "Burg Feuerstein von UK", also ein beliebtes Sonntagsausflugsziel aufgrund seiner exponierten Lage auf einem Hügel in einer sehr schönen Landschaft. Es ist ein sehr beliebtes Restaurant vorhanden (aber letztlich ebenfalls Airport-Food, also keine haute-cuisine). Dafür bei gutem Wetter immer viel los und viel zu sehen. Die Piste ist Gras und hat etwas Längsprofil und ein paar kleine Wellen, ist aber insgesamt unproblematisch. Sie ist auch im Winterhalbjahr meist ganz gut nutzbar. Sehr gute Infos gibt es wie fast immer auf der platzeigenen Homepage. Wichtig: der Platz ist montags generell geschlossen! Overhead-join wird gerne gesehen.

Auch hier ist das Chartern bzw. das Schulen z.B. einer Chipmunk und einer Tiger Moth möglich; es ist allerdings nicht billig.

Das nächstgelegene Städtchen ist Shaftesbury. Sie liegt sehr schön oberhalb des Flußtals des Stour und ist vor allem berühmt für die Gold Hill, eine treppenartige, steile Straße.

Man kann Compton Abbas auch nutzen, um an die Südküste Dorsets (Poole Harbour und Purbeck) zu kommen. Dazu muss man allersdings vom Platz aus ein Taxi nach Blandford Forum nehmen um dort bei einer lokalen Mietwagenfirma (Blandford Vehicle Hire) einen Mietwagen zu nehmen. Das ganze funktioniert also sonntags (und meist auch samstags nachmittags) nicht. Ob man damit allzu viel Geld spart, ist aber fraglich. In jedem Fall ist Compton Abbas ein viel schönerer Platz als Bournemouth.

EG-D2 bis 9, EG-D12 bis 26 und EG-D34 bis 40

Zwischen Shoreham im Osten und Falmouth ganz im Westen befinde sich vor Englands Südküste insgeamt drei große Cluster mit Danger Areas. Zur Erinnerung: in UK darf man durch aktive Danger Areas nicht einfach so "auf eigene Gefahr" durchfliegen! Konkret sind es einmal die EG-Ds 12-31 (zwischen Bournemouth und Exeter), EG-Ds 2-9 (zwischen Torquay und Falmouth) sowie EG-D36-40 (zwischen Bournemouth und Shoreham). Unbedingt beachten! Allerdings sei gesagt, dass diese mittlerweile nur noch recht selten aktiv sind, Info erteilt London Information auf der 124,75, bzw auch Direkt Plymouth Military auf 124,15 und 121,25.

Die Städte Bath und Bristol

Die etwas südöstlich von Bristol in der Grafschaft Somerset gelegene Stadt Bath ist eine der sehenswertesten kleineren Städte von Südengland. Sie ist als Kur- und Heilbad der Römer berühmt geworden. Die Altstadt ist heute UNESCO-Weltkulturerbe.

Leider verfügt ausgerechnet diese schöne Stadt über keinen eigenen Flugplatz. Dennoch sollen, um einen Besuch zu erleichtern, hier alle in Frage kommenden Plätze in der Nähe genannt sein. Sie lassen sich überwiegend nicht im Jeppesen finden, sondern nur in den britischen Flight Guides, in Skydemon, bzw. teilweise im Internet.

Badminton (1300 Meter Gras, allerdings mit westlich stark versetzter Schwelle) liegt nordöstlich von Bath, ist allerdings schon sehr weit weg (knapp 20 km). Es gibt auch sonst neben einem kleinen Hangar nichts am Platz.

Wadswick Strip liegt ca. 8 km ost-nordöstlich und hat eine physisch 630m lange Graspiste (guter Zustand). Gäste sind willkommen. Es gibt dort neben dem Platz einen beliebten Country-Store und ein Restaurant - ideal um an ein Taxi zu kommen und die Wartezeit zu überbrücken. Eine geeignete Taxifrma ist Adrian's Tax (Tel. 07967333490; Kosten pro Strecke 20-30 Pfund). Für den lokalen Funk wird die Frequenz von RAF Colerne (120.075) genutzt. Die Landegebühr wird im Shop bezahlt. Der Platz ist unter Briten sehr beliebt. PPR über die Website des Platzes.

Garston Farm liegt ca. 9 km nord-nordöstlich und hat knapp 800 Meter Gras (nicht nur 700, wie angegeben). Dieser Platz ist damit wohl am meisten zu empfehlen. Ein Taxi nach Bath kostet ca. 25 Pfund. Aktuell (2022) ist dieser Platz meines Wissens nach nicht für Fremde nutzbar

White Ox Mead Airstrip ist mit ca. 6 km Distanz (südwestlich) der geographisch naheste Platz, hat aber leider nur 520 Meter Gras. Die östliche Hälfte der Piste fällt in Richtung Bahnende außerdem spürbar ab. Sonst gut.

Brown Shutters Farm gilt als sehr freundlich. Auch hier ist die längere der beiden Pisten aber nur 550 Meter lang und es gibt Hindernisse, Pistenprofil, etc. Auch hier gibt es einen Farm Shop + ein Café um die Ecke. Einen recht kurzen Fußmarsch entfernt gibt es außerdem eines der ältesten Pubs Englands (The George Inn).

Der Militärplatz RAF Colerne liegt nur ca. 7 km östlich und ist zumindest grundsätzlich mit PPR anfliegbar. Siehe AFE-Guide. Nicht ganz billige Landegebühren. Der Platz wird wohl (als Militärbasis) möglicherweise bald komplett schließen.

Und nun zu Optionen für einen Besuch der Stadt Bristol. Vorweg: wer Asphalt und IFR braucht hat für Bristol leider nicht viele gute Optionen.

Bristol (EGGD) ist leider sehr teuer für die GA. Zwar kann der rührige "Bristol and Wessex Aeroplane Club" (während dessen Öffnungszeiten) das Handling für kleine GA-Flieger übernehmen; aber auch dann ist es in Summe reichlich teuer. Im Summe muss man für einen Zweitonner mit einer Übernachtung in Summe mit ca. 180 Pfund rechnen (nur wenn man weniger als 1 Tonne wiegt, kostet es etwas weniger). Aber der Club ist da nicht schuld: der Großteil der Gebühren fließt flughafenseitig ab. Auch die Flugschule Bristol Flight Centre kann das Handling machen; dann kostet es aber eher noch mehr...

Die GA befindet sich auf der Südseite des Flughafens; von der Nordseite des Flughafens (dort, wo das Airline-Terminal ist) kann man einen Mietwagen nehmen und es fahren regelmässig Linienbusse, nach Bristol und auch nach Bath.

Auch Bristol ist eine teils schöne und interessante Stadt. Insbesondere das Hafenviertel, die "Harbourside", ist sehr schön geworden und erinnert etwas an die Hafencity in Hamburg. Vor allem aber die berühmte Hängebrücke über den Fluss Avon im Stadtteil Clifdon muss man gesehen haben. Toll! Außerhalb von Bristol sollte man den Ort Wells besuchen, weil er, trotz seiner bescheidenen Größe, eine riesige und historisch bedeutsame Kathedrale hat. Er hat auch sonst ein sehr schönes, mittelalterlich geprägtes Stadtbild.

Der zur Stadt Bristol am nahesten gelegene "Strip" mit etwas Infrastruktur ist wohl Garston Farm (bitte hier den Status prüfen).

Eine bezahlbare und sehr gute IFR-Alternative für diese Region ist noch Gloucester (EGBJ), einer der in der britischen GA-Szene beliebtesten Kleinflughäfen. Gleichzeitig mit ca. 80.000 Flugbewegungen pro Jahr auch der betriebssamste in ganz UK. Dort ist wirklich praktisch alles gut und es gibt auf Voranmeldung auch Mietautos. Es sind ca. 40 Minuten Autobahn bis nach Bristol und von dort noch mal 20 Minuten bis nach Bath.

Und auch wenn es wirklich schon sehr der Rand der Cotswolds ist, darf hier doch ein Flugplatz nicht ganz fehlen: Charlton Park. Dieser etwas westlich von Swindon gelegene Strip ist ein beliebtes Ausflugziel südenglischer Privatpiloten. Grund: auf dem Gelände, welches dem Earl of Suffolk gehört, befindet sich quasi direkt neben der Piste, ein äußerst herrschaftliches Landhaus. Der Flugplatz ist quasi sein Park. Das Haus kann man zwar nicht betreten, aber es bietet einen tollen Backdrop für die Landung, eine Pause und ein paar Fotos mit dem eigenen Flugzeug im Vordergrund. Sonst gibt es nichts am Platz. Die meisten Leute nehmen sich ein Picknick mit und verbringen einfach ein paar schöne Stunden. Die Graspiste (07-25) ist 900 Meter lang und gepflegt. Stolze 20 Pfund Landegebühr.

Branscombe Farm

Zurück an die Südküste... Ein Stück östlich der Stadt Exeter, entlang der hier weiterhin sehr schönen und naturbelassenen Küste Südwestenglands ("Jurassic Coast"), gibt es zwischen Sidmouth und Seaton diesen weiteren kleinen Grasplatz. Es handelt sich genauer gesagt um eine Campinganlage, die einen eigenen Airstrip mit 650 Metern Länge hat. Natürlich streng PPR. Ein telefonische Briefing ist wegen Lärmschutz Pflicht. Der Chef heißt Zac. Ein Anflugkarte gibt es auf der Website des Campingplatzes. ULs werden hier nicht zugelassen. Der Bereich westlich der der Piste ist nicht hindernisfrei. Somit ist der Platz nicht ganz trivial.

5 Minuten zu Fuß in Richtung Strand runter gibt es ein Gästehaus (Branscombe House). Weitere 10 Minuten die Straße weiter runter gibt es einen richtigen schönen Pub (The Fountain Head). An den Strand sind es von dort ca. weitere 15 Minuten Fußmarsch. Ambitionierte Wanderer kommen hier auf ihre Kosten; ostwärts der Küste entllang kommt man nach Beer und dann nach Seaton; eine schöne Route ("Devon Coastal Path").

Dunkeswell (EGTU)

Ein freundlicher, großer GA-Platz in der Region Devon/Exeter, der zwar nicht in unmittelbarer Nähe zur Küste liegt, aber dennoch nützlich ist. Dies vor allem, weil es recht nah (in Honiton) eine Mietwagenfirma gibt (To AN Fro) die sehr bequem und zu noch gerade akzeptablen Preisen itwagen an den Platz stellt und wieder abholt. (Hinweis: (der zur Erkundung der Region eigentlich besser gelegene Platz Exeter hat, weil es dort derzeit keine Linienflüge mehr gibt, keine Autos am Platz, und auch deutlich höhere Landegebühren).

PPR geht über ein kurzes Webformular. Bedenken: der Platz liegt auf über 800 Fuß; bei niedrigen Wolken kann dies alles von Nachteil sein. Bei gutem Wetter hingegen gibt es viel Verkehr. Parken erfolgt auf gutem Gras hinter dem C-Gebäude. Der Autoschlüssel wird, wenn man einen Wagen gebucht hat beim freundlichen Flugplatzpersonal hinterlegt. Es gibt ein Cafe am Platz. Die Gebühren sind absolut moderat.

Exeter (EGTE)

Exeter ist die bedeutendste Großstadt im eher ländlich geprägten Südwesten Englands. Der Flughafen von Exeter hat aktuell seinen Linienverkehr verloren. PPR bekommt man von der Flugschule Aviation South West. Die Gebühren sind nicht günstig, aber gerade noch im erträglichen Bereich (ca. 75 Pfund inkl. einer Nacht Parken). Parken von SEPs ist in der Regel auf Gras. Hi-Vis nicht vergessen!

Leider gibt es derzeit mangels Linienbetrieb keine Mietwagen am Platz (siehe oben bei Dunkeswell). Schade, denn der Platz istein guter Startpunkt für Reisen in die Grafschaft Devon und sogar bis nach Cornwall. Nicht unterschätzen sollte man aber die teilweise sehr langen Fahrzeiten, denn die meisten Straßen in dieser Gegend lassen nur sehr geringe Durchschnittsgeschwindigkeiten zu.

Es gibt aber auch eine Busverbindung in die Universitätsstadt Exeter. Diese hat eine lange Geschichte und hat auch heute noch ein paar recht schöne, mittelalterlich geprägte Ecken; kann man sich durchaus mal ansehen. Sehenswert sind die Kathedrale und die Gegend rum um den Fluss Exe (Quasyside). Ein Highlight ist die Stadt trotzdem nicht.

Hightlight der Grafschaft Devon ist der Bereich im Süden, ab Torquay (die "Englische Riviera"), wo auch im Winter ein sehr mildes Klima herrscht. Torquay selbst ist im Hafenbereich schon zum Teil recht morbide und es gibt dort nur wenige gute Restaurants; die Wohngegenden auf und Blicke von der Halbinsel östlich des Stadtkerns sind aber sehr nett. Idyllischer wird die Region aber südlich davon, also ab ca. Brixham. Unbedingt muss man nach Dartmouth, wozu man ab Kingswear eine kurze Autofähre nimmt. In Dartmouth gibt es auch gute Restaurants. Unbedingt auch die Gegend südlich davon erkunden; dort gibt es zum Teil sehr schöne kleine Buchten und große Badestrände.

Bolt Head /Salcombe

*Der* Geheimtipp für den Südwesten Englands. Der kleine, sehr gepflegte 620-Meter Grasplatz Bolt Head liegt in Dorset, zwischen Exeter und Plymouth, quasi direkt an der Küste, oberhalb steiler Klippen. Die Gegend ist atemberaubend schön und das nahe gelegene Urlaubsstädtchen Salcombe (ähnlich wie Dartmouth, aber kleinr) ist sehr liebenswert. Die Immobilienpreise gehören zu den höchsten in ganz England. Im Sommer ist Salcombe ein berühmtes Wassersportmekka und an den hübschen kleinen Stränden wird fleißig gebadet. Es gibt mehrere Pubs, Bistros und Restaurants. Taxinummern: Clarks Cars 01548 842914; Moonrakers Taxis 01548 560231. Unbedingt den Fahrer die "scenic route" über den South Beach und die Cliff Road in den Ortskern fahren lassen. Kostet ca. 18 Pfund. In Salcombe unbedingt ins Restaurant "Dick and Will's", der Blick von der Terasse ist super; im Sommer tummeln sich die Boote nur so im Wasser.

Der Flugplatz ist Teil einer Campinganlage / Bungalowsiedlung, die aber einen guten Kilometer von der Piste entfernt liegt. Die Landegebühr von 20 Pfund bezahlt man per "honesty-box". Platz-Infos nicht in der AIP (nicht lizensiert). Auch im Jeppesen gibt es ihn nicht. Infos daher in den britischen Pilot-Guides oder auf der platzeigenen Website. Laute Maschinen ("mit über 200 PS") werden noch selten genehmigt; die Eigner versuchen, die Nachbarn bei Laune zu halten. Auf jeden Fall sollte man bei An- und Abflug die Lärmschutzzonen meiden (siehe Website des Platzes). Der Platz ist nur im Sommerhalbjahr geöffnet.

Ca. 1 km westlich des Platzes gibt es das hübsche Hotel und das Restaurant "Soar Mill Cove". Sonst aber sollte man unbedingt ein paar Stunden Zeit mitbringen und mit dem Taxi nach Salcombe fahren. Wer bereits ist ein bisschen zu marschieren, kann auch zu Fuß hinunter nach Salcombe gehen oder zumindest bis zum South Sands Beach, von wo aus man mit einer kurzen, aber sehr schönen Fährfahrt in den Ortskern von Salcombe gelangen kann. Man sollte sich dann allerdings vorher sehr genau auf google maps die Fußmarschroute anschauen, damit man nicht unnötig viel Strecke macht.

Plymouth

Der Platz (EGHD) wurde leider Anfang 2012 geschlossen. Zwar gibt es derzeit eine Initiative, den Platz wieder zu eröffnen; dazu wird es allerdings wenn überhaupt erst in fernerer Zukunft kommen.

Lundy Island

Dies ist eine sehr kleine und ruhige Insel mitten im Mündungsgebiet des Bristol Channel. Dort gibt es (allerdings vor allem zu Ambulanzzwecken) einen sehr rustikalen kleinen Flugplatz, den Lundy Island Airstrip, welcher aber sehr anspruchsvoll, kurz (max. 400 Meter) und vor allem uneben ist. Eher nur mit robustem, STOL-fähigem Flieger empfohlen. Die Piste ist nur durch ein paar weiße Steine markiert. Es können Schage darauf sein. Die Landegebühr ist für das Gebotene etwas hoch. Man kann vom Platz aus zu Fuß ins nah gelegene Pub "Marisco Tavern" (der einzige auf der Insel!) spazieren. In der Nähe gibt es auch einen Shop und ein Bed 'n Breakfast. Kaum Handyempfang.

Einen schönen kleinen Bericht über einen Flug nach Lundy (sogar mit einer eher "gewöhnlichen" Cessna Hawk XP) gibt es hier,

"The Cotswolds"

Als "Cotswolds" wird eine kleinere ländliche Gegend genannt, die mitunter auch als das Herz Englands bezeichnet wird. Es handelt sich um eine leicht hügelige Landschaft, die sich über die Teile der Grafschaften Gloucestershire, Oxfordshire und Warwickshire erstreckt. Nördlich werden die Cotswold Hills durch den Fluss Avon begrenzt, östlich durch die Stadt Oxford, westlich durch Cheltenham und südlich durch das Tal der Themse und Städte wie Lechlade und Fairford. Auch Bath liegt am Rande. Die Cotswolds sind damit gar nicht mal so groß.

Typische Städtchen dieser Region sind Broadway, Burford, Chipping Norton, Moreton-in-Marsh, Painswick, und Stow-on-the-Wold, letztere z.B. mit einigen kleinen Galerien und Antiqquitätenäden. Auch das Dorf Chipping Campden ist bekannt für sein Kunsthandwerkszentrum. Bourton-on-the-Water mit seinen kleinen Brücken und Kanälen gilt das das Klein-Venedig des Cotswolds. In Dörfern wie Naunton scheint die Zeit nahezu komplett still stehen geblieben zu sein. Castle Combe sollte man auch besichtigen.

Außerhalb der Orte liegen hinter endlos langen Steinmauern wunderbare Landsitze. Die von Hässlichkeiten wie Shoppingcentern, Industriegebieten und Großtankstellen verschonte Landschaft ist eine Augenweide.

Für VFR-Flieger eignen sich für einen Besuch dieser Gegend insbesondere die nahen Flugplätze Enstone (EGTN), Kemble (EGBP) und ggf. auch Wellesbourne-Mountford (EGBW), wobei man bei letzterem in unmittelbarer Nähe auch die hübsche Heimatstadt von Shakespeare, Stratford upon Avon, besuchen kann. Kemble hat seit Mitte 2021 zwar einen IFR-Anflug bekommen; dieser ist aber leider nur für "commercial operators" zugelassen. Auch Oaksey Park (EGTW) kommt in Frage. Für IFR-Piloten eignet sich sehr gut der Platz Gloucester (EGBJ), da absolut bezahlbar und sehr GA-orientiert. Außerdem kann man hier direkt am Platz einen Mietwagen nehmen, wenn dieser vorher bei der OPS-Stelle bestellt wird. Bei der Gelegenheit sollte man dann aber auch die berühmte Kathedrale von Gloucester besichtigen. Abgesehen davon ist Gloucester aber nicht sehr sehenswert; Cheltenham ist hübscher. Für den Ostrand der Cotswolds kommt auch Oxford (EGTK) noch als weiterer IFR-Platz mit guter Infrastruktur und sehr moderaten Preisen in Frage. Wer wirklich mitten drin landen möchte: es gibt dort - nahe Bourton-on-the-Water, einen Privatflugplatz namens Upper Harford (siehe Skydemon). Bei Bedarf vermittle ich gerne Kontakt zum Eigentümer. Allerdings darf man dort leider nicht über Nacht Parken.


© Philipp Tiemann
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