Flugziele/Schottland
Schottland

Neben dem Westen Irlands und dem Südwesten Englands ist Schottland wohl die fliegerisch schönste Gegend der Britischen Inseln! Auch für mich ist Schottland ein absolutes Highlight, so dass ich bereits zahlreiche Male verschiedene Teile des hohen Nordens beflogen habe. Wie so oft bei Reisen in die nördlichen Länder gilt: wenn das Wetter gut ist, dann ist's traumhaft; wenn aber nicht, ist's manchmal eben etwas dröge. Aber insgesamt ist das Wetter in Schottland meist deutlich besser als sein Ruf.

1. Die Hebriden

Die Hebriden sind eine größere Gruppe von Inseln im Nordwesten Schottlands. Unterteilt werden sie in die Inneren und die Äußeren Hebriden. Sie sind klimatisch teilweise vom Golfstrom beeinflusst und haben daher ein recht mildes Klima. Außerdem aber vor allem eine tolle nordische Landschaft und traumhafte Strände. Glücklicherweise haben fast alle dieser Inseln einen eigenen Fluglatz.

Isle of Mull / Glenforsa Airfield

Der kleine Flugplatz "Glenforsa" auf der Hebrideninsel Mull ist wohl - neben Venezia Lido :-) - einer der schönsten Grasplätze Europas, denn er ist landschaftlich traumhaft gelegen. In den 70er Jahren fand hier sogar regelmäßiger, kommerzieller Luftverkehr statt. Seit 1980 wird der Platz nur noch privat und für Rettungszwecke genutzt.

Der Anflug auf die zumeist genutzte Piste 25 ist völlig hindernisfrei. Sie ist großzügige 780 Meter lang (wenn auch etwas schmal) und fällt nach Süden (also quer zur Pistenachse) etwas ab. Der unmittelbare Anflug auf die 07 ist ebenfalls hindernisfrei; weiter westlich steigt das Gelände allerdings etwas an.

Das fast schon berühmte "Hotel Glenforsa" liegt direkt neben der Piste; wer hierher kommt, sollte unbedingt mindestens eine Nacht bleiben, um einmal in Ruhe den Sonnenuntergang über dem Sound of Mull zu erleben, die gute Küche des Restaurants zu geniessen und den Abend gesellig an der Bar ausklingen zu lassen.

Seit 2015 wird der Flugplatz direkt von den Betreibern des Hotels gemanaged (das wir bis dahin nicht der Fall). Dies bedeutet auch, dass der Platz dieselben "Öffnungszeiten" wie das Hotel hat, also in der Regel von Anfang April bis Ende Oktober. In den Monaten April und Oktober grasen allerdings häufig Schafe auf der Piste, weshalb die vorige Anmeldung dann umso wichtiger ist (ggf. ist aber dennoch voriger tiefer Überflug notwendig, um die Schafe von der Bahn zu jagen). Aber PPR ist natürlich trotzdem immer notwendig, alleine schon, um sich über den Zustand der Piste zu erkundigen.

Das Hotel wird seit vielen Jahren liebevoll von Brendan und Allison Walsh geführt. Brendan ist selbst Pilot. Die schönen Zimmer sind im Blockhüttenstil gehalten und kosten für zwei Personen mit Frühstück ca. 90 Pfund, was sicher nicht billig, aber für schottische Verhältnisse, vor allem aber hinsichtlich des unvergesslichen Erlebnisses, noch in Ordnung ist. Es gibt eine gemütliche Hotelbar mit tollem Landschaftsblick, wo Brendan beim Bier- bzw. Whiskeyausschenken Fliegergeschichten erzählt. Das Essen im Restaurant ist exzellent, insbesondere die Muscheln. Man fühlt sich rundum wohl, auch dann, wenn das Wetter mal nicht perfekt ist.

Vorab sein Zimmer zu reservieren ist vor allem im Hochsommer, vor allem an den Wochenenden sehr sinnvoll, denn das Hotel ist nicht nur bei Fliegern beliebt. Andererseits sollte man erst dann definitiv buchen, wenn man halbwegs sicher ist, wettermäßig auch anzukommen, denn obwohl Glenforsa ein "Fliegerhotel" ist, wird in der Regel keine sehr pilotenfreundliche "Cancellation-Policy" verfolgt. In einigen Fällen ist es am besten, man ruft ein paar Tage vorher an, um zu fragen, ob es für die Nacht x noch ausreichend Zimmer gibt. Allison wird das dann meist als "lose" Buchung festhalten. Wochentags gibt es seltener Probleme. "Zur Not" gibt es ca. 200 Meter weiter noch ein Bed'n Breakfast, das Tigh An Solas. Aber das ist natürlich kein Vergleich zum Glenforsa Hotel.

Die Isle of Mull ist auch insgesamt sehr schön. Es lohnt sich sehr, die Insel mit eineem Mietwagen zu erkunden. Einige Jahre lang vermietete der am direkt neben dem Platz lebende David Howitt ein Auto. David war außerdem über viele Jahrezehnte so etwas wie die "gute Seele" des Flugplatzes Glenforsa. Leider ist er 2017 verstorben. Man kann es für Mietwagen aber weiterhin hier probieren: www.mullselfdrive.co.uk.

Insbesondere die "Nordrunde" über Tobermory (sehr hübscher kleiner Hafenort, Essen im "Café Fish"), die Galway Bay (wo man im Hoch- und Spätsommer sogar baden kann) und die Isle of Ulva ist eine schöne Tagestour. Auch ein Ausflug auf die historisch wichtige Insel Iona macht Spaß. Auch das ein paar Kilometer südlich des Platzes gelegene Craignure Castle (für zahlreiche Kinofilmaufnehmen genutzt) ist besichtigenswert. Man muss sich allerdings an das Linksfahren gewöhnen, sowie daran, dass die meisten Straßen "single-track" sind, also insgesamt nur einspurig, mit gelegentlichen "passage bays" zum Überholen. Außerdem sollte man (wie immer in Schottland und Irland) mit Schafen auf der Straße rechnen.

Außerhalb der Einfahrt zum Flugplatz fährt auch ein Linienbus (nach Tobermory) vorbei, aber die Frequenz ist eher gering. 2,5 Kilometer vom Platz entfernt liegt der Ort Salen, wo man etwas einkaufen kann, etc. Man kann dort in ca. 25 Minuten hinlaufen.

Noch ein paar fliegerische Infos zu Glenforsa: Die Landegebuhr (beim Hotel zu bezahlen) beträgt nur 10 Pfund und es gibt keine Parkgebühren.

Die Winde an diesem Platz können schon mal ganz schön tückisch sein. Auf keinem anderen Platz habe ich es so oft erlebt, dass der Wind an den einen Schwelle aus Ost und an der anderen Schwelle aus West kommt! Daher stetes Vorsicht; insbesondere aber bei südlichem Wind.

Aufpassen sollte man insbesondere im Frühjahr, sowie nach langen Regenfällen, auf die ggf. etwas weiche Piste. Insgesamt aber hält sie sich meist sehr gut. Für einen Besuch von Glenforsa empfiehlt sich insbesondere die Zeit von Anfang Mai bis Ende September. Wichtig ist aber vor allem, sich ein gutes Wetterfenster auszusuchen.

Die Webseite des Glenforsa Hotels findet man hier: www.glenforsa.com

Alle Infos zum Flugplatz gibt es nochmal hier: www.glenforsaairfield.com. Der Platz hat keine ICAO-Kennung.

Es gibt auch ein jährliches Fly-In, zu dem Piloten aus ganz UK (und anderswo) anfliegen. Es findet meist Ende Mai statt. An diesem Wochenende kann man natürlich nicht damit rechnen, ein Zimmer im Hotel zu bekommen. Dann ist zelten angesagt. Dafür ist dann (im positiven Sinne) der Teufel los und es gibt viel nette Gesellschaft.

Oban (EGEO)

Oban ist nicht Teil der Hebriden, da es sich um eine Stadt an der Festlandsküste handelt; sie liegt aber nur weniger Kilkometer entfernt von der Isle of Mull und ist wie gesagt ein klassischer Fixpunkt auf einer Hebridentour, vor allem, da es hier Avgas und Jet gibt.

Oban war in früheren Jahren ein kleiner sympathischer Flugplatz mit viel GA-Betrieb, bis vor einigen Jahren Provinzpolitiker die Idee hatten, den Platz auszubauen und künftig dort Linienverkehr (Hebridean Air Services) anzubieten. Es wurde eine neue Bahn gebaut (natürlich für wirklich große Flugzeuge immer noch viel zu kurz; außerdem würde die Hindernissituation nie Instrumentenanflüge zulassen) und es wurde ein Terminal gebaut, viel Personal eingestellt und ein paar etwas bürokratische, privatfliegerfeindliche Prozeduren eingeführt. Zum Glück versucht man nun seit einiger Zeit, das Rad wieder zurückzudrehen und auch der "kleinen" GA einen guten Service zu bieten.

Es bleibt aber bei (Schottland-typisch) relativ begrenzten Öffnungszeiten und bei der verhassten "High-Vis"-Pflicht (wird wirklich ernst genommen). Ansonsten ist es ein traumhaft gelegener Flugplatz. Und: mit einem Argyll & Bute Council "out-of-hours permit" (kostet für eine Woche nur ein paar Pfund) darf man hier auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten landen (sehr sinnvoll, da die offiziellen Öffnungszeiten wie gesagt nicht die besten sind, sprich es wird recht früh am Nachmittag geschlossen).

Wie fast immer in UK ist für das Landen generell PPR notwendig. Außerdem ist hier genau genommen auch für das Tanken eine kurzer vorheriger Anruf nötig bei jener Firma, die für die Betankung zuständig ist. Letztere nennt sich T.L.C. Ltd. und wird geführt von einem sehr netten Mann, Paul Keegan. Tel: 0777 062 0988. Paul war in früheren Zeiten einmal der Flugplatzchef, wurde dann aber verdrängt und darf seitdem nur noch betanken. Aber wie gesagt; ganz freundlich, ganz guter Service. Er kommt mit dem Truck zur Parkposition gefahren. Danach hilft er unter anderem direkt vor Ort beim Ausfüllen eines etwaigen Duty-Drawbacks. Außerdem bietet er seinen Kunden immer Tee oder Kaffee und Kekse (die berühmten "Jammy-Dodgers") an. Dieser Ritus ist hier Kult und gehört einfach zu einem Oban-Besuch dazu. Das Avgas ist allerdings spürbar teurer als im britischen Durchschnitt. Die Landegebühr (inklusive 24 Stunden Parken) beträgt 20 Pfund für Flugzeuge zwischen 1 und 1,5 Tonnen MTOW. Freies Wi-Fi ist im Terminal vorhanden.

Übrigens eignet sich Oban nicht nur als Fuelstop; auch ein Tag Aufenthalt oder eine Übernachtung in der Stadt hat ihren Reiz (speziell nachdem man womöglich irgendwo auf den Hebriden ein paar Tage in ziemlicher Einsamkeit erlebt hat). Das Personal am Schalter im Terminal ist sehr freundlich und informiert bereitwillig über Busfahrzeiten sowie Hotels und Restaurants in Oban, etc. In der Tat lohnt sich für die Fahrt nach Oban preislich der Bus (fährt direkt vom Flugplatz ca. alle 30 Minuten und braucht ca. 20 Minuten). Für sportliche Leute gibt es am Platz sogar Fahrräder zu leihen, die man allerdings bei Interesse schon beim PPR-Anruf buchen sollte.

In Oban gibt es viel Tourismus, da die Stadt als Gateway für Touren auf die Hebriden fungiert. Speziell am Wochenende ist auch abends einiges los. Sowohl draußen Bierchen trinken als auch im Innenraum Essen kann man sehr schön im "Cuan Mor" direkt an der Hafenzeile an der Bucht. Berühmter ist aber das gute Seafood-Restaurant "Ee-Usk", direkt an der Pier neben der Touist-Information. Für danach sind das "Sloans" und "The Lorn Bar" gute Pubs. Ordentlich und vor allem günstig übernachten kann man im Regent Hotel. Etwas schöner ist vielleicht das Columba Hotel. Es gibt aber noch viele mehr. Vor Ort ist alles problemlos zu Fuß zu schaffen. Tags darauf kann man erneut wieder problemlos mit dem Bus zum Flugplatz fahren; er fährt direkt vor dem Regent Hotel ab. Im Ort in Oban kann zur Erkundung der Gegend auch Mietwagen bekommen, z.B. bei Flit Self Drive.

Wer gar nicht erst nach Oban fahren will, kann in Platznähe und sogar in Fußmarschentfernung (Nahe der Lochnell Bridge) in den Hotels "Lochnell Arms" oder - etwas schöner, aber auch einen Tick weiter (jenseits der Brücke) - im "The Falls of Lora" übernachten. Auch das Oyster Inn kommt in Frage.

Coll (EGEL) und Colonsay (EGEY)

Coll und Colonsay sind zwei recht einsame, ähnlich große Inseln, die den Inneren Hebriden angehören, aber gut 60 Kilometer voneinander entfernt liegen. Beide haben einen relativ neuen, von der EU gesponsorten ;-) Flugplatz, je mit einer 500 Meter Asphaltbahn. Darüberhinaus haben beide ein Hotel (Coll Hotel bzw. Colonsay Hotel), welches landende Gäste auf Anruf vom Flugplatz abholt (sei es zur Übernachtung, oder sei es nur für ein Lunch).

Allerdings: Zur Landung (auch zu normalen Tageszeiten) ist ein so genanntes "out-of-hours-indemnity-permit" vom Argyll & Bute Council notwendig, da der Platz offiziell nur ein paar Mal die Woche für ein paar Stunden geöffnet ist (nämlich dann, wenn Linienflug stattfindet). Für dieses Permit muss man sich an den Flugplatz Oban wenden, einen Antrag ausfüllen, Kreditkartendetails hinterlegen und den Versicherungsnachweis des Flugzeugs vorlegen. Zum Glück ist dieses Permit seit 2014 für jeweils kurze Zeiträume kostenlos (so genannter "Holiday Voucher"). Die Prozedur ist wohlgemerkt auch rein per e-mail machbar, also ohne vorab in Oban landen zu müssen. Vor jeder Landung auf diesen Plätzen muss man dann allerdings nochmals telefonisch PPR in Oban einholen; die reine Landegebühr (von nur 8 Pfund) wird dann durch Oban von der Kreditkarte abgebucht. Mehr zu dieser Prozedur im Abschnitt "PPR".

Beide Plätze werden von Oban aus mit Islandern im Liniendienst angeflogen. Man darf daher nicht auf den (sehr kleinen) Asphaltvorfeldern parken, sondern nur auf den Grasflächen, daher Vorsicht bei unebenem Gelände. Außerdem sind High-Vis-Westen "mandatory". Vorsicht: Speziell auf Coll gibt es kaum Handynetz. Man sollte daher, wenn man z.B. vom Hotelpersonal am Platz abgeholt werden will, am besten kurz vor dem Start eine Uhrzeit durchgeben. Theoretisch gibt es allerdings auch noch ein Festnetztelefon im Abfertigungsgebäude, welches in der Regel nicht abgeschlossen ist.

Colonsay ist landschaftlich die etwas faszinierendere Insel, während auf Coll insbesondere das Hotel-Restaurant einen guten Ruf hat. In Colonsay befindet sich nur ca. 500 Meter die Straße entlang linker Hand ein kleiner Golfplatz (typisch schottisch, also rustikal und einfach, aber mit tollen Landschaftsblicken). Es gibt praktisch keine Taxis auf den Inseln!

Barra (EGPR)

Hier, auf der Insel Barra (Äußere Hebriden) ist das legal möglich, was anderenorts in Europa saftig bestraft werden würde: Landen auf dem Strand!

Denn die Pisten des (lizensierten!) Flugplatzes Barra liegen innerhalb einer großen halbkreisförmigen Bucht im Norden der Insel und sind nichts anderes als der trockengefallene Meeresboden. Daher ist logischerweise der Platz nur bei Ebbe anfliegbar, d.h. die Öffnungszeiten variieren täglich; manchmal ist er nur vormittags, manchmal nur nachmittags geöffnet. Die exakten Öffnungszeiten sollte man einen Tag vor dem Flug direkt beim Platz anfragen. Sonntags ist der Platz generell geschlossen. Auf diesem Platz darf man (auch mit HIAL-out-of-hours permit) nicht außerhalb der regulären Öffnungszeiten landen. Natürlich ist stets PPR notwendig.

Für Flugzeuge mit Einziehfahrwerk ist der Platz eventuell nicht zu empfehlen, da man möglicherweise das salzige Spritzwasser nur schlecht wieder aus den Fahrwerksschächten bekommt (Korrosion!). Auch die Räder, deren Lager sowie die Bremsen sind besonders anfällig gegenüber Korrosion. Tipp: Nach dem Flug nach Barra in Oban (EGEO) oder Stornoway (EGPO) zwischenlanden; dort kann man mit Süßwasser das Flugzeug abspülen.

Ansonsten ist der Platz für alle Ein- und Zweimots problemlos, da der Untergrund fest ist und man immer gegen den Wind landen und starten kann. Man muss lediglich bei gerade abziehender Flut auf grössere Wasserpfützen achten; das sieht während de Anflugs schon manchmal etwas gewöhnungsbedürftig aus.

Seit Herbst 2016 gibt es in Barra auch zwei veröffentlichte Instrumentenanflüge (jeweils RNAV), allerdings ist die Verwendung dieser Verfahren nur für "approved operators" genehmigt. Ob man dieses Approval auch als Privater erhalten kann, ist mir nicht bekannt. Außerdem sind die Minima (sowohl bei LNAV, als auch bei LPV) relativ hoch.

Die Landegebühr von 20,50 Pfund (Standard-Landegebühr für alle HIAL-Plätze) ist im Tower zu entrichten, von dort hat man auch einen schönen Überblick über den "Flugplatz" und kann einen Schnack mit den meist sehr netten AFISOs halten. British Airways fliegt einmal täglich mit 'ner Twin Otter an. Eigentlich muss hier jeder gelandet sein, der einmal mit dem Flieger nach Schottland kommt.

Übrigens ist auch die Insel landschaftlich von großer Schönheit, mit herrlichen weißen (und sehr sauberen) Stränden (einer davon nur 200 Meter vom Flugplatz) und blumenbewachsenen Dünen. Wie immer ist um dies zu genießen natürlich ein bisschen gutes Wetter von Vorteil, womit der schottische Wettergott natürlich manchmal etwas sparsam ist, aber sei's drum. Man kann mit dem Flieger auch über Nacht bleiben, indem man den Flugzeug auf den etwas höher gelegenen Teil des Platzes im Bereich des Terminalgebäudes ziehen lässt. Es ist aber dann die Unterzeichnung eines "Disclaimers" notwendig, mit welchem man bestätigt, dass das Parken auf eigenes Risiko erfolgt.

Zum Feststellen der Zeiten von Ebbe und Flut siehe hier. Dort den Cursor auf die Insel Barra bewegen und dann "(Barra - North Bay) auswählen.

Für ein paar Eindrücke von Barra siehe meine Bilder mit dem Titel "Schottland 2008" im Abschnitt "Fotos", sowie die Fotos von "Mit dem Otter an den Strand".

Tiree (EGPU)

Die recht große Insel Tiree liegt schon ca. 60 Kilometer vom Festland entfernt, gehört aber noch zu den Inneren Hebriden. Die Insel ist sehr grün, nahezu vollkommen flach und hat sehr viele, tolle Strände. Sie gilt als der Ort mit den meisten Sonnenstunden von ganz UK. Circa In der Mitte der Insel liegt der Flugplatz, welcher über großzügige, gekreuzte Asphaltpisten verfügt, so dass man mit dem Wind in der Regel keine Probleme hat. Es gibt Linienverbindungen u.a. nach Glasgow; der Platz gehört zum "Highlands & Islands Airports"-Netzwerk. Es ist aber hier kein "High-Vis" notwendig. Die Landegebühr beträgt 20,50 Pfund (Standard-Landegebühr für alle HIAL-Plätze) und wird ganz oben im Tower bezahlt. Wie immer ist PPR notwendig.

Seit Herbst 2016 gibt es in Tiree auch zwei veröffentlichte Instrumentenanflüge (jeweils RNAV), allerdings ist die Verwendung dieser Verfahren nur für "approved operators" genehmigt. Ob man dieses Approval auch als Privater erhalten kann, ist mir nicht bekannt. Außerdem sind die Minima (sowohl bei LNAV, als auch bei LPV) relativ hoch.

Leider kann man direkt am Platz keine Fahrräder oder Autos leihen, daher hier die Nummern der lokalen Anbieter; Fahrräder: 07552089419. Autos: 01879220555. Man kann aber auch zu Fuß von Platz aus in ca. 15 Minuten zum nächstgelegenen Strand gehen. Dort gibt es auch einen kleinen Supermarkt, wo man alles für ein kleines Picknick kaufen kann. Auf dem Weg zurück zum Flugplatz, auf der rechten Seite, gibt es ein "Caf", wo man Kaffee trinken und Kuchen essen kann. Achtung: Der Platz in Tiree schließt wochentags schon schon um 15 Uhr und hat wochenends nur sehr begrenzte Öffnungszeiten. Um außerhalb der regulären Öffnungszeiten starten oder landen zu dürfen, benötigt man im Vorwege das HIAL-"out-of-hours-permit" des Argyll & Bute Council.

Gigha

Gigha (ausgesprochen: "Gija", mit weichem "j") ist eine sehr hübsche, recht kleine Insel im Südwesten der Hebriden, westlich der größeren Halbinsel Kintyre gelegen. Auch hier gibt es einen Flugplatz, allerdings ist die Piste raues Gras (720 Meter) und tendiert (noch mehr als z.B. Glenforsa) dazu, weich zu sein. Sie ist auch nicht so gut gepflegt wie jene in Glenforsa. Schafe "kümmern" sich darum. Daher ist auch PPR so wichtig. Außerdem hat die 25 vor allem am Ende eine deutliche Steigung. Also etwas Vorsicht!

Der Platz gehört dem Gigha Hotel im Osten der Insel (siehe hier). Dieses bittet stets um PPR, zumal auf der Piste in der Regel Schafe weiden. Auf Anruf wird man auch vom Flugplatz abgeholt (es gibt kein offizielles Taxi auf der Insel). Der Platz hat keine ICAO-Kennung. Mit einem geeigneten Flugzeug ist Gigha sehr zu empfehlen. Zum Essen sehr empfohlen wird "The Boathouse", wo es hervorragenden Seafood gibt.

Jura

In der ICAO- bzw. der Jeppesen-Karte ist auch auf der Isle of Jura ein Flugplatz eingetragen. Dieser wird allerdings praktisch nur noch zu Ambulanzzwecken genutzt und ist nicht mehr als ein sehr rauer, kurzer Strip ohne jede Infrastruktur, der allerdings sehr schön direkt parallel zum Strand gelegen ist. Die Piste ist ca. 09/27 ausgerichtet, circa 360 Meter lang und nicht gepflegt. Am Ostende begrenzt ein Weg mit recht tiefen Furchen die Piste; am Westende stehen Bäume. Insgesamt ist dieser Strip also nur für sowas wie Super Cubs, Maules, oder sehr robuste ULs geeignet. Für PPR kann man sich an Tarbut Estates (0044 1496 820207) wenden, oder die genauen Kontaktdaten beim Jura Hotel (0044 1496 820243) erfragen. Die Insel ist sehr dünn besiedelt. Übrigens hat George Orwell hier das Buch "1984" geschrieben.

Isle of Skye (Broadford)

Der Flugplatz der Isle of Skye, im Norden der Inneren Hebriden, wird nach dem nächstgelegenen Ort auch manchmal mit dem Namen "Broadford", machmal wiederum mit dem Namen "Ashaig" bezeichnet. Er hat eine recht großzügige (wenn auch etwas ungepflegte) Asphaltpiste, ist sonst aber eher nichts so sehr Besonderes. Er hat keine ICAO-Kennung. PPR wird gewünscht (Platz ist unbesetzt). Fürs Bezahlen gibt es eine "honesty box", aber leider nicht in dem Sinne, dass man dort das Geld hinterlassen kann, sondern nur, dass man ein Formular ausfüllt, dort hinterlässt und dann per Post eine Rechnung in Pfund erhält, was für "Ausländer" natürlich maximal schlecht ist. Eventuell hinterlässt man doch einfach das Geld und hofft, dass es bis zur nächsten Leerung keiner klaut. Die Landegebühr beträgt 20 Pfund.

Es gibt in der unmittelbaren Umgebung des Platzes keine nennenswerte Ortschaft.

Ansonsten ist Skye aber sehr groß und hat viele schöne Ecken und Sehenswürdigkeiten, z.B. die berühmten Fairy Pools. Dafür aber kaum schöne Strände. Hauptort ist das recht hübsche Portree. Besichtigen kann man z.B. die Whiskey-Distillerie "Tallisker".

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, auf Skye ein Auto zu mieten; inwiefern die auch am Flugplatz bereitgestellt werden, bleibt einzeln abzuklären. Z.B. kann man Kyletaxis kontaktieren: 01599 534323 sowie 07972 886777.

Insgesamt aber netter ist der nur ein paar Meilen weiter gelegene Platz und gleichnamige Flugplatz und Ort "Plockton".

Plockton

Plockton ist nicht Teil der Hebriden, da auf dem Festland gelegen; der Ort liegt aber nur wenige Kilometer entfernt von der Isle of Skye und praktisch direkt am westlichen Fuße der nördlichen Highlands. Der unlizensierte Flugplatz (ohne ICAO-Kennung) hat eine 600 Meter lange Asphaltpiste.

Plockton ist ein kleiner, sehr hübscher Ort, im Halbrund einer Bucht und am Fuße der Highlands gelegen. Quasi neben Tobermory (Isle of Mull) das zweite Bilderbuchörtchen von Schottland. Ergo ist es auch eins der Lieblingsausflugsziele schottischer Piloten. Der kleine Flugplatz wird von einer Helikopter-Firma betrieben. Auch hier wird PPR gewünscht; aber auch hier ist oft keiner zu erreichen. Man hinteröääst dann lediglich eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter und fliegt dann ohne explizites PPR, was ja in der Regel dank Asphaltpiste keine wesentlichen Risiken darstellt. Der Anflug ist traumhaft. Parken sollte man nicht auf der Asphaltfläche neben der (Jet-)Tankstelle, sondern auf der Grasfläche im Norden des Platzes. Dort ist auch eine Art Briefkasten, wo man die Landegebühr (10 Pfund) hinterlässt (einfach das Kennzeichen auf eine 10-Pfund-Note schreiben).

Das Schöne an Plockton: in nur gut 5 Minuten erreicht man zu Fuß den malerischen Ort. Dort gibt es neben ein paar Hotels bzw. B&Bs (z.B. dem Plockton Inn, dem Plockton Hotel oder dem kleinen Bed & Breakfast "Tigh Nan Saor"), Restaurants und Geschäften auch eine landschaftlich schöne, von Bergen umgebene Bucht und an der Uferstraße sogar Palmen. Das Personal z.B. vom Plockton Hotel holt Gäste bei Bedarf auf Anruf auch vom Flugplatz ab. Insgesamt kann man Plockton neben Glenforsa, Barra und Oban als fliegerisch eins der Highlights in Schottland ansehen.

Benbecula (EGPL)

Benbecula ist eine Insel der äußeren Hebriden. Der Flugplatz ist recht groß und gehört zu dem Highlands & Islands-Netzwerk, dementsprechend gilt die Standard-Landegebühr von 20,50 Pfund (bei Anflügen unter IFR plus entsprechender Gebühr). Es gibt Linienverbindungen zu anderen Inseln und nach Glasgow.

Ich habe persönlich Benbecula noch nicht besucht; kann mich daher nicht weiter äußern. In jedem Fall gibt es auf Anfrage Jetfuel. Samstags und sonntags hat der Platz allerdings sehr reduzierte Öffnungszeiten. Um außerhalb dieser starten oder landen zu können, braucht man im Vorwege das HIAL-"out-of-hours-permit" des Argyll & Bute Council.

North Uist / "Sollas Beach"

Für denjenigen, der bereits in Barra war und vom "Strandlanden" nicht genug kriegen kann, gibt es noch eine zweite Möglichkeit, in Schottland auf dem Strand zu landen. Und zwar gibt es auf der Insel North Uist (Äußere Hebriden) eine Art temporären Landeplatz auf einem der riesigen Strände, dem Sollas Beach. Es handelt sich allerdings nicht, wie im Fall von Barra, um einen lizensierten Platz mit Liniendienst, sondern lediglich um eine Fläche, die von einigen Sportfliegern gelegentlich zum Landen benutzt wird; insbesondere findet aber jeden Sommer ein Fly-In statt. Die Oberfläche ist in aller Regel spürbar fester und vor allem trockener als die von Barra. Man kann im Prinzip ohne PPR zu jeder Zeit (natürlich je nach Flut und natürlich absolut auf eigene Gefahr) landen und nicht unbedingt nur während des jährlichen Fly-Ins. In jedem Fall wird man aber außerhalb der Fly-Ins keinerlei Infrastruktur vorfinden. Im Ort (gut ein Kilometer Fußmarsch) soll es aber einen kleinen Supermarkt geben.

Der "Platz" ist nur im AFE-Guide geführt und nicht z.B. im Jeppesen (und auch nicht im Pooley's). Er hat natürlich keine ICAO-Kennung. Die Koordinaten lauten: N057 39.51, W007 19.33. Die Ausrichtung der Landefläche ist Nordost-Südwest (04/22), parallel zur oberen Flutlinie.

Kontakt für weitere Informationen:

Andrew Twort, email: andytwort@gmail.com, Tel. 0044 (0)1851 830744, Mob.: 0044 (0)7721 925574. SkyDemon weist außerdem folgende Telefonnummer aus: 0044 (0) 7860 461645, sowie die email-Adresse claudinebloom@gmail.com.

John MacLeod, der das Fly-In von 2002-2014 organisiert hatte, ist leider mittlerweile verstorben; daher wird das jährliche Fly-In nun offiziell "John MacLeod Memorial Fly-In" genannt. Der 2017er Fly-In findet am 15. und 16. Juli statt.

Zum Feststellen der Gezeiten (Ebbe und Flut!) siehe hier (den Cursor auf North Uist bewegen und dann "Bays Loch" auswählen). Taxis oder Mietwagen: MacLennan: 01870 602191.

Isle of Lewis / Stornoway (EGPO)

Die Isle of Lewis ist die nördlichste und größte der Äußeren Hebrideninseln; in dieser Gegend gibt es wirklich mit die tollsten Strände Schottlands, insbesondere aber auch auf der Nachbarinsel Harris. Diese Gegend ist also absolut etwas für Freunde der nordischen Natur. Die Stadt Stornoway liegt zwar recht nah am Platz, hat aber eher weniger Touristisches zu bieten.

Der Flugplatz ist ein früherer RAF-Platz (sehr lange Piste) und gehört zum Highlands & Islands-Netzwerk. Es gibt Linienflüge und vor allem sowohl Jefuel als auch Avgas, wenn auch zu ziemlich hohen Preisen. Landegebühr 20,50 Pfund (Standard-Landegebühr für alle HIAL-Plätze); bei Anflügen unter IFR fällt eine Extra-Gebühr an. Um außerhalb der regulären Öffnungszeiten starten oder landen zu können, braucht man im Vorwege das HIAL-"out-of-hours-permit. Auch hier kann man - ähnlich wie in Oban - nach einem Flug nach Sollas oder Barra, zur Feuerwehr rollen und das Flugzeug mit einem Schlauch abspritzen.

Berühmt ist auf der Isle of Lewis auch der typische, schottische "black pudding". Taxifahrer wissen, wo man den bekommt.

Islay (EGPI)

Die Insel Islay (gesprochen: "Eila") gehört wiederum zu den Inneren Hebriden und wird immer wieder als *die* Whiskeyinsel schlechthin bezeichnet. Whiskeyfreunde sollten daher unbedingt hierher und mindestens eine Brennerei (z.B. die in Bowmore) besuchen. Aber auch sonst wird von Islay viel Positives berichtet. Hauptort ist Port Ellen. Der Insel ist relativ groß und bietet daher auch für mehrere Tage Abwechslung.

Der Platz gehört zum Highlands & Islands-Netzwerk und verfügt außerdem über Avgas, wenn auch schottlandtypisch ziemlich teuer. Auch sonst ist der Platz hier und da etwas umständlich für die GA. Landegebühr: 20,50 Pfund (Standard-Landegebühr für alle HIAL-Plätze).

Seit 2016 gibt es in Islay auch zwei veröffentlichte Instrumentenanflüge (jeweils RNAV), allerdings ist die Verwendung dieser Verfahren nur für "approved operators" genehmigt. Ob man dieses Approval auch als Privater erhalten kann, ist mir nicht bekannt. Außerdem sind die Minima (zumindest bei der LNAV-Variante) ohnehin sehr hoch.

Achtung: Wochenends hat der Platz nur sehr eingeschränkte Öffnungszeiten. Zur Erinnerung: Außerhalb der Öffnungszeiten kann dennoch geflogen werden, allerdings nur mit einem HIAL "out-of-hours-permit".

Es gibt eine Kneipe (das "Drome Cafe") am Platz. Außerdem gibt es vom Aiport aus einen Linienbus in die Hauptorte der Insel; die Fahrzeiten sollte man aber vorher checken. Auch ein Taxi zu bekommen ist nicht immer einfach...

Campbeltown (EGEC)

Campbeltown ist ein Flughafen auf der Halbinsel Kintyre. Er ist zwar riesig (ehemalige RAF-Basis), wird aber heute nur noch wenig genutzt (unter der Woche ein paar Linienflüge nach Glasgow). Auch er gehört zu den Highlands and Islands Airports. Die Landegebühr beträgt somit 20,50 Pfund. Es gibt nur Jetfuel. Geparkt wird ganz am Ostende des Platzes. Achtung: samstags und sonntags ist der Platz weiterstgehend geschlossen. Auf diesem Platz darf man (auch mit HIAL-out-of-hours permit) nicht außerhalb der regulären Öffnungszeiten landen, daher kann man ihn effektiv leider nur wochentags benutzen.

Seit Herbst 2016 gibt es in Campbeltown auch zwei veröffentlichte Instrumentenanflüge (jeweils RNAV), allerdings ist die Verwendung dieser Verfahren nur für "approved operators" genehmigt. Ob man dieses Approval auch als Privater erhalten kann, ist mir nicht bekannt.

Der Ort Campbeltown ist ein typisches kleines schottisches Städtchen mit ein paar Pubs, ein paar Hotels, einem Hafen und freundlichen Leuten.

Direkt an der westlichen Schwelle der Landebahn liegt der unter Golferkreisen sehr berühmte Golfplatz "Machrihanish", der aber nach meinen Kenntnissen auch recht teuer ist.

Anmerkung: Kintyre gehört, genau wie Bute, genau genommen nicht zu den Hebriden (da zu weit südlich gelegen), beide Inseln sollen aber hier dennoch thematisch den Hebriden zugeordnet sein. Selbiges gilt für Oban und Plockton; beides Orte, die ja auf dem Festland liegen.

Bute

Die Insel Bute liegt südlich der inneren Hebriden und ist, wie die meisten dieser Inseln, eine Oase der Ruhe und der Entspannung. Im Süden der Insel gibt es einen unlizensierten Flugplatz, der vorwiegend zu Ambulanzzwecken genutzt wird, aber auch für private Flieger (mit PPR) zugänglich ist, wobei man nur unter der Woche jemanden unter der veröffentlichten PPR-Nummer erreicht (Bute Estate Office). Ohnehin sind PPR-Anrufe bei Büromenschen (die nichts vom Fliegen verstehen) und deren Auskünfte über den Zustand der Bahn etc. immer mit Vorsicht zu genießen. Die Piste ist Gras, offiziell nur 480 Meter lang (in der Realität sind eher 520 Meter nutzbar) und am Ostende steht ein kleiner Wald, wobei aber in Verlängerung der Piste regelmäßig ein Schneise geholzt wird. Da die Piste leicht nach Westen abfällt, wird (zumal der Wind meist aus West kommt) ohnehin meist relativ problemlos auf der 27 gestartet. Landungen je nach Windstärke.

Als Funkfrequenz ist hier (wie an allen Plätzen in UK welche keine eigene Frequenz haben) die Frequenz 135.475MHz ("Safetycom") für Blindmeldungen zu verwenden. Es gibt auch eine Pistenbeleuchtung; diese ist im Gras nicht so gut zu sehen, daher aufpassen. Parken soll man auschließlich auf der dafür vorgesehenen Fläche im Westen des Platzes. Keine Landegebühren!

In gibt in wenigen Schritten Entfernung einen Golfplatz (Kingarth Golf Club). Außerdem gibt es (ebenfalls nur wenige Schritte) ein Pub, bei dem man tagsüber ganz gut essen kann (Kingarth Hotel). Außerdem kann man im Hauptort Rothesay an Bord des Paddle Steamers "Waverley" gehen; das ist das älteste kommerziell genutzte Dampfpaddelboot der Welt. Und: auf Bute gibt es jährlich im Mai ein großes Jazz-Festival.

Der Flugplatz ist nicht im Jeppesen enthalten, wohl aber z.B. im Pooley's Flight Guide. Keine ICAO-Kennung.

2. Die Orkney-Inseln

Die Orkney Islands (oder einfach nur Orkneys) bestehen aus mehr als 100 Inseln und einer Hauptinsel (Mainland) und liegen direkt nördlich des schottischen Festlands. Mit 59 Grad nördlicher Breite liegen diese durchaus schon im "rauhen Norden". Die meisten Namen der Inseln enden klangvoll auf "ay" und fast jede größere Insel hat einen Flugplatz. Es macht große Freude (bei hoffentlich gutem Wetter) zwischen Orten wie Eday, Sanday, Stronsay, North Ronaldsay, Westray und Papa Westray hin und her zu fliegen, die Strände zu geniessen und ab und zu einen Spaziergang in der einsamen Schönheit dieser Inseln zu machen. Auf den Orkneys gibt es sehr zahlreiche historische und pre-historische Stätten, z.B. das berühmte "Scara Brae".

Abgesehen vom Haupflugplatz in Kirkwall sind allerdings die meisten Pisten mit zwischen 450 und 500 Meter ziemlich kurz (Oberfläche grober Asphalt). Daher ist für das Befliegen der Orkneys eigentlich ein UL oder zumindest ein gut kurzstartfähiges Motorflugzeug ideal. Man darf aber nicht vergessen, dass es auf den Orkneys auch im Sommer selten wärmer al 17-18 Grad wird und man meist auch etwas Wind zur Hilfe hat. Eine zu zweit besetzte C172 oder PA28 mit halbvollen Tanks ist da (bei guter Beherrschung entsprechender Kurzstart- und Kurzlandetechniken) meist OK.

Ein kurzer Geschichtsexkurs: Berühmt sind die Orkneys unter anderem wegen "Scapa Flow", einer in der Vergangenheit als Naturhafen genutzten Bucht, die sich durch die Hauptinsel und einige umliegende Inseln bildet. Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg richtete die britische Marine hier den Hauptstützpunkt ihrer Flotte ein. In dieser Zeit versuchten es die Deutschen immer wieder, in Scapa Flow einzudringen. Dies misslang allerdings im ersten Weltkrieg und gegen dessen Ende wurde vor dessen Toren ein Großteil der deutschen Hochseeflotte von den Deutschen selbst versenkt.

Im Zweiten Weltkrieg gelang es dem deutschen Unterseeboot U-47 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Günther Prien, am 14. Oktober 1939 durch den Kirk Sound in die Bucht von Scapa Flow einzudringen. Er konnte daraufhin das große britische Schlachtschiff HMS Royal Oak (welches allerdings veraltet und nicht mehr kriegsbedeutend war) mit 1400 Mann Besatzung versenken und danach den Hafen wieder verlassen. Prien und Scapa Flow wurden in der Folge durch die NS-Propaganda berühmt gemacht. Nach diesem Vorfall wurden sämtliche bis dahin nur durch Blockschiffe gesicherten östlichen Zugänge zusätzlich durch feste Barrieren (Steindämme) versperrt. Diese sogenannten "Churchill Barriers" wurden von in Nordafrika aufgegriffenen italienischen Kriegsgefangenen erbaut. Dank der Churchill Barriers sind die Inseln South Ronaldsay, Burray, Glimps Holm, Lamb Holm von der Hauptinsel aus mit dem Auto erreichbar.

In der Tat wurden auf den Orkneys zahlreiche, vor allem italienische Kriegsgefangene interniert. Weit weg von der Heimat wurden sie in der Kälte der kleinen Insel Lamb Holm ausgesetzt und jahrelang zu Zwangsarbeit verpflichtet, unter anderem, um die eben genannten Churchill Barriers zu bauen. Aus dieser Zeit stammt auch die im Königreich recht berühmte "Italian Chapel" auf Lamb Holm.

Seit einigen Jahrzehnten wird Scapa Flow nicht mehr militärisch genutzt. Heute können Interessierte auf der Insel Hoy das "Scapa Flow Visitors Centre" besuchen. Schiffswracks kann man leider (auch aus der Luft) nicht mehr erkennen (sondern wie gesagt nur einige britische Blockschiffe).

Weiteres touristisches Merkmal der Orkneys ist "The Old Man of Hoy", eine Felsnadel (ähnlich der Langen Anna auf Helgoland) an der Westküste der Insel Hoy. Ein tiefer Vorbeiflug lohnt sich!

Kirkwall (EGPA)

Dies ist der Hauptflughafen der Orkneys, gelegen auf der Hauptinsel ("Mainland") und in der Nähe des gleichnamigen Hauptortes. Er ist Teil der Highlands & Islands Airports und wird mit der Linie angeflogen, ist aber auch für die GA sehr freundlich und bezahlbar (20,50 Pfund); bei Anflügen unter IFR fällt eine Extra-Gebühr an. Außerdem gibt es (allerdings recht teures) Avgas, was in dieser Gegend ein rares Gut ist. Auch der Orkney Flying Club hat hier seine Basis. Um außerhalb der regulären Öffnungszeiten landen zu dürfen, braucht man das HIAL-"out-of-hours permit".

Für Mietautos muss man von Flughafen zunächst in den Ort fahren, insofern man nicht im Vorwege die Bereitstellung am Flughafen organisiert hat.

Für wenige Pfund kommt man mit dem Taxi ins Zentrum der Hauptstadt Kirkwall. Dort ist der Dom durchaus sehenswert; außerdem gibt es eine Whiskey-Distille, die besichtigt werden kann. Abends kann man ganz ordentlich (mehr auch nicht) im "Helgi's" (an der Hafenfront) essen. Übernachten im "Kirkwall Hotel" oder im St. Ola Hotel nebenan.

Ansonsten ist der Ort Stromess (im Westen der Insel) hübsch zu besichtigen.

Lamb Holm

Lamb Holm ist wohl einer der interessantesten Flugplätze auf den Orkney Islands; er liegt ein paar Meilen südlich der Hauptinsel. Die Insel Lamb Holm ist so klein, dass neben dem Flugplatz mit zwei sich kreuzenden Graspisten nur noch ein paar Schafe ein paar Rinder sowie die in der Einleitung schon angesprochene italienische Kapelle auf die Insel passen. Sie ist über einen Damm mit der Hauptinsel verbunden, auf der sich auch der Flughafen Kirkwall (EGPA) befindet.

Infos zum Flugplatz Lamb Holm gibt es nicht im Jeppesen, sondern nur z.B. im Pooley's Flight Guide, im AFE Guide oder im Lockyear's. Er ist unlizensiert und hat keine ICAO-Kennung. Der Eigentümer, Tom Sinclair, freut sich sehr über landende Gäste. Es gibt keine Landegebühr, eine kleine Spende wird aber gerne entgegengenommen. Die längere der beiden Graspisten ist 640 Meter lang.

Übernachten kann man einfach und günstig im "Commodore Motel", welches sich auf der Hauptinsel, im Ort St. Mary (in Sichtweite des Flugplatzes Lamb Holm) befindet. Die Chefin des Motels holt auf Anfrage am Flugplatz ab. Sonst ist St. Mary völlig tot, es gibt nur ein einziges primitives Pub / Restaurant. Macht aber nichts, denn auch Kirkwall ist nur gute 10 Taximinuten entfernt.

Abschließend ist der große Platz von Kirkwall (EGPA) wohl aufgrund der besseren Infrastruktur und der Verfügbarkeit von Avgas die grundsätzlich bessere Alternative für einen Besuch der Orkneys. Lamb Holm allerdings ist der deutlich interessantere Platz, den man eigentlich unbedingt im Flugbuch haben muss.

Westray, Sanday, etc.

Wie schon angesprochen gibt es im Norden der Orkneys zahlreiche kleine Inseln, fast alle mit einem eigenen Flugplatz. Die meisten haben eine recht schmale, ca. 450-500 Meter lange (lizensierte) Asphaltpiste, plus zusätzliche Graspisten. Die kleinste und einsamste Insel ist wohl Papa Westray. Insofern man ein geeignetes Flugzeug und etwas gutes Wetter hat, macht es großen Spaß, von Insel zu Insel zu hüpfen, insbesondere, da man hier im Juni und Juli fast 24 Stunden am Tag VFR fliegen kann ohne mit dem Sunset Probleme zu haben. Aufpassen sollte man allerdings auf Propeller, Radverkleidungen, etc., denn die Oberflächen der Asphaltpisten sind oft nicht ganz sauber.

Die Plätze werden alle vom Orkney Islands Council betrieben und werden regelmäßig im Liniendienst angeflogen. Kleine Anekdote: Der Flug von Westray nach Papa Westray gilt als die kürzeste Linienflugverbindung der Welt!

Für die GA gibt es keine Landegebühren, insofern man keine Feuerwehrbereitschaft anfordert. Dennoch sind alle Plätze PPR. Dies kann man aber telefonisch für alle Plätze mit einem Telefonat bekommen. Man wird gebeten, nicht auf den asphaltierten Vorfeldflächen zu parken, damit die Linienmaschinen problemlos manövrieren können. Alle Plätze sind im Jeppesen enthalten, sowie natürlich im AFE und im Pooley's.

Auf Stronsay, Westray und auf Sanday gibt es je ein Hotel und ein B&B. Auf North Ronaldsay steht des Königreichs höchster Leuchtturm. Sanday's Strände haben teilweise fast karibische Anklänge.

3. Die Shetland-Inseln

Die Shetland Inseln liegen noch einmal ca. 80 Meilen nordöstlich der nördlichsten Orkney-Inseln (auf ca. 60 Grad nördlicher Breite) und liegen damit wirklich mitten in der Nordsee bzw. dem Atlantik. Von hier sind es nur noch ca. 300 km bis zu den Faröer Inseln und ebenso ca. 300 km bis nach Norwegen. In der Tat sind die Shetlands ein klassischer Stopp für alle Piloten, die sich mit einer Einmot trauen, einmal die Nordsee sozusagen zu umrunden und dabei von Norwegen nach UK (oder umgekehrt) überzusetzen.

Ähnlich wie auf den Orkneys sind auch auf den Shetlands die Sommer ziemlich kühl (in aller Regel max. 15-17 Grad), die Winter aber dank der Golfstroms eher mild, so dass es nur wenig Schnee gibt.

Berühmt sind die Shetlands (außer für ihre exponierte Lage) für ihre Ölindustrie. Auf halber Strecke nach Norwegen liegt z.B. das Ölfeld "Brent". Im Norden der Hauptinsel gibt es das größte Öl-Terminal in Europa. Der Fischfang ist dagegen in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen.

Die Shetlands bestehen (ähnlich wie die Orkneys) ebenfalls aus einer Vielzahl von Inseln, wobei wiederum nur die gößeren (nur ca. eine handvoll) auch bewohnt sind. Insgesamt sind aber die Shetlands deutlich hügeliger und rauer als die Orkneys. Hauptort der Shetlands ist Lerwick.

Auch hier macht das Fliegen entlang der Inseln großen Spaß (auch wenn es nicht ganz so viele Plätze gibt wie auf den Orkneys); bei entsprechendem Wetter können die Sichten aufgrund der geringen Luftverschmutzung oft über 100 Kilometer betragen; außerdem gibt es hier im Juni und Juli teilweise gar keine Nacht mehr. Wegen der teilweise sehr anspruchsvollen Pisten ist auf den Shetlands für das Island-Hopping in der Tat ein robustes UL oder STOL-fähiges Motorflugzeug ideal. Folgende Plätze gibt es auf den Shetlands:

Sumburgh (EGPB)

Der Hauptflughafen der Inselgruppe, mit Instrumentenanflügen, liegt interessanterweise recht dezentriert, ganz im Süden der Insel. Das Städtchen Sumburgh ist eher klein und gilt als "desolat". Der Flughafen aber hat Linienverbindungen; er gehört zum Highlands & Islands Airport Netzwerk; dennoch darf man hier auch mit deren "out-of-hours-permit" leider nicht außerhalb der regulären Öffnungszeiten fliegen. Die Gebühren für die GA sind moderat, 20,50 Pfund pro Landung; bei Anflügen unter IFR fällt eine Extra-Gebühr an. Es gibt Avgas und Jet-A1, allerdings alles (trotz der Ölterminals...:-)) ziemlich teuer.

Sumburgh ist ein typischer erster Stopp bei Flügen über die Nordsee von und nach Norwegen. Der Platz ist offizieller "Zollplatz", nicht aber offizieller "Einreiseplatz". Auch bei Flügen von und nach Norwegen müssen daher die entsprechenden GAR-Fristen strikt beachtet werden (Norwegen ist nicht Teil der EU, UK kein Teil von Schengen!).

Lerwick / Tingwall (EGET)

Sehr nah an der Hauptstadt liegt dieser weitere Platz. Wer also nach Lerwick möchte, keinen Instrumentenanflug braucht und mit 764 Meter Asphalt zufrieden ist, kann auch hier landen, denn auch hier ist (mit PPR und ebenfalls recht teuer) Avgas verfügbar. Allerdings sind die Gebühren für Zweitonner eher etwas höher als in Sumburgh (Privatplatz!); außerdem ist der Platz sonntags formal geschlossen. Trotzdem findet hier wohl der Großteil der lokalen GA der Shetlands statt. Außerdem hat die Airline "Directflight Ltd.", welche die kleinen Inseln der Shetlands anfliegt, hier ihre Basis. Die Leute von Directflight kann man auch nach Infos zu den anderen Plätzen der Shetlands befragen.

Scatsta (EGPM)

Einen weiteren, großen Platz gibt es im Norden der Hauptinsel. Dieser befindet sich in der Nähe der Ölterminals und ist so eine Art Arbeitsflugplatz von BP. Auch er ist sonntags geschlossen. Außerdem gibt es kein Avgas, sondern nur Jetfuel. Dafür gibt es aber bei Bedarf einen Instrumentenanflug (NDB).

Fetlar Airfield

Zu diesen Flugplatz - dem nördlichsten von ganz UK - gibt es nur recht wenige Informationen; im Jepp ist er nicht. Er ist aber AFE-Guide und z.B. in Skydemon verzeichnet und auch in der britischen ICAO-Karte eingetragen. Er liegt auf der gleichnamigen Insel und hat eine grob asphaltierte, 481 Meter lange Piste (unlizensiert). Es handelt sich wohl eher um einen Privatflugplatz und er ist natürlich PPR. Folgende ist die Kontakttelefonnummer: 0044 (0)1957 733267 (Fetlar Development Group - Mr. Leaper). Es gibt aber nicht mal eine nennenswerte Siedlung auf der Insel. Einsamkeit pur also!

Der Flugplatz Unst (EGPW), einst der allernördlichste Flugplatz von UK, ist leider seit 2016 endgültig geschlossen.

Muckle Flugga, der nördlichste Leuchtturm von UK liegt auf einer Mini-Insel direkt vor der Nordspitze von Unst und sollte natürlich, man wenn schon mal da ist, umflogen werden. Außerdem gibt es auf Unst wohl ein recht schönes Schloß (Muness Castle). Die nördlichste "Landmasse" von UK hingegen ist der Felsen "Out Stack", nur ca. 200 Meter nördlich von Muckle Flugga.

Foula, Papa Stour, Out Skerries und Whalsay (EGEH)

All diese Flugplätze sind wohl für private Flieger grundsätzlich anfliegbar; aber sie sind teilweise nicht in allen Flight Guides vollständig veröffentlicht. Auf der ICAO-Karte sind sie teilweise nicht verzeichnet. SkyDemon und der AFE-Guide haben sie alle. Foula und Papa Stour haben sogar Linienverbindungen von Tingwall aus (Airline "DirectFlight").

Allerdings muss gesagt sein, dass diese Pisten allesamt halbe Buschpisten sind und sehr anspruchsvoll anzufliegen sein dürften. Außerdem habe sie wohl alle keinerlei Parkflächen, so dass man nur kurzzeitig auf der Piste parken kann und selbst dann ein Hindernis für andere Flieger darstellt. Also eher etwas, um einfach mal gelandet zu sein und sich den Platz ins Flugbuch zu holen. Für Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar. Weitere Infos gibt's am besten von von der in Tingwall beheimaten Airline "Directflight Ltd.", denn die fliegt mit Islandern teilweise diese Plätze im Liniendienst an. Falls man sich den einen oder anderen Platz selbst als PIC nicht zutraut, dennoch aber gern dorthin möchte, kann man sich natürlich an Directflight wenden. Den Flugplan (und die Preise) findet man hier.

Fair Isle (EGEF)

Die kleine Insel Fair Isle liegt zwar praktisch auf halbem Weg zwischen den Orkneys und den Shetlands, wird aber verwaltungstechnisch den Shetlands zugeordnet. Sie ist nahezu nur sehr dünn bewohnt, hat aber einen kleinen Flugplatz. Auch dieser wird von Directflight mit Islandern ab Tingwall bedient. Dieser Platz ist insofern besonders, weil es sich um einen "Flugzeugträgerplatz" handelt; beiderseits der Pistenenden fällt das Gelände steil ab; links und rechts davon steigt es aber sogar noch höher an. Nichts für schwache Nerven also. Die Piste ist auch nur 508 Meter lang und die Oberfläche ist feiner Schotter, allerdings natürlich mit einigen losen Steinchen. Dennoch: Mit PPR sind Gäste hier ausdrücklich willkommen.

Link zur Website des Flugplatzes: www.fairisle.org.uk/egef/index.htm

Der Platz ist außerdem im AFE-Guide enthalten. Es gibt die Möglichkeit, auf der Insel zu übernachten. Fair Isle ist übrigens berühmt für seine Strickkunst sowie für seine Vogelkolonien.

Abschließend zum Thema Shetlands sei hier auf einen sehr schönen Reisebericht einer Gruppe von Taylorcraft-Piloten verwiesen, den Sie im Abschnitt "Reiseberichte" finden.

4. Die Highlands

Der "Hauptflugplatz" der Highlands-Region ist Inverness (EGPE), an deren östlichen Fuße. Er gehört zum Highlands & Islands - Netzwerk und verfügt über Instrumentenanflüge. Man kann bei Inlandsflügen ohne Handling auskommen, so dass die Gebühren absolut moderat sind (es fällt allgemein nur die Standard-HIAL-Landegebühr von 20,50 Pfund an). Bei Anflügen unter IFR fällt allerdings eine Extra-Gebühr an. Berichten zufolge sollen die Verfahren am Boden mitunter etwas umständlich sein (keine eigene Erfahrung). Der Platz befindet sich seit Jahren auf Wachstumskurs, was es für die GA eher nicht leichter gemacht hat. Avgas ist auch stets ziemlich teuer.

Für Einflüge vom Ausland kommend nach UK ist EGPE übrigens wenig geeignet, denn dann wird man verpflichtet, einen teuren Handling-Agent in Anspruch zu nehmen. Avgas 100LL kann man von der örtlichen Flugschule bekommen, allerdings zu schottischen Preisen.

Unbedingt zu einem fliegerischen Besuch der schottischen Highlands gehört ein Flug entlang des "Great Glen", also der Flug entlang der gleichnamigen tektonischen Verwerfung, die einmal quer in Richtung Nordost-Südwest durch die Highlands läuft. Anders formuliert ist es die kürzeste Verbindung von Oban nach Inverness und umgekehrt. Auf Landkarten lässt sich der Great Glen meist schon auf den ersten Blick gut erkennen. Der Talgrund ist von drei sehr langgestreckten Seen bedeckt, wobei der nordöstlichste der drei das berühmte "Loch Ness" ist. Aufpassen sollte man bei solch einem Flug durch die Berge allerdings immer besonders auf das Wetter, denn die Gegend kann natürlich manchmal ungemütlich sein.

Auf dem soeben genannten Flug, in der Nähe von Oban, kommt man übrigens sehr nah am mit 1344 Metern höchsten Berg der britischen Inseln vorbei, dem "Ben Nevis". Wenn das Wetter es erlaubt, kann man hier natürlich mal eine Ehrenrunde einlegen.

Ansonsten gibt es noch den vorwiegend für Segelflug genutzen Flugplatz Feshiebridge, mitten in der wunderschönen Landschaft der südlichen Highlands. Die Piste ist immerhin 900 Meter lang, aber dennoch nicht ganz trivial anzufliegen. Der Platz ist sehr schön entlang des Flußes "Feshie" in der Nähe des "Loch Insh" gelegen. Betreiber ist der Cairngorm Gliding Club (welcher von hier aus gelegentlich Höhenflüge bis FL300 durchführt) und natürlich zwecks PPR angesprochen werden muss. Infos im Lockyear's oder im AFE-Guide.

In den nördlichen Highlands gibt es leider keinen nennenswerten Flugplatz. Direkt am Great Glen gibt es allerdings noch den Flugplatz Glendoe, ca. zwei Kilometer südlich des Orts Fort Augustus und damit praktisch direkt am Ufer des Loch Ness sowie unweit des Ben Nevis gelegen. Die Piste ist ca. 650 Meter lang und steigt nach Westen etwas an. Leicht bumpy aber insgesamt ordentlich. Tel.-Nr. für PPR: 0044 (0)7764348651. Siehe den Lockyear's Flight Guide.

Nicht direkt in den Highlands gelegen, aber doch direkt an deren Ostrand, liegt der Flugplatz Knockbain Farm. Das Besondere: der Platz gehört dem Betreiber eines hübschen Gasthauses, welches einen guten Kilometer entfernt liegt. Also nicht ganz so wie Glenforsa, aber auch ganz nett. Das Knockbain House liegt eine Meile westlich des Städchens Dingwall, welches wiederum direkt am Cromarty Firth liegt, einer schönen Förde, nördlich von Inverness. Der Platz liegt liegt sehr schön auf einem Hügel. Die Graspiste ist physisch insgesamt ca. 730 Meter lang; sie fällt allerdings an beiden Enden spürbar ab, hat also Buckelprofil. Ein paar hundert Meter östlich der Piste verläuft eine Stromleitung. Infos zu dem Guesthouse und der Piste gibt es hier.

5. Edinburgh

Edinburgh, am Firth of Forth gelegen, ist die Hauptstadt Schottlands und die sehenswerteste Großstadt des Landes. Besonders schön ist es (bei hoffentlich gutem Wetter), mit dem offenen Touri-Bus die Stadt zu besichtigen. Außerdem kann man sehr schön die Altstadt und das Stadtschloß zu Fuß erkunden. Und natürlich die berühmte Forth Bridge sollte man sich mal im Detail vom Boden aus ansehen. Wer Zeit für einen Ausflug hat, sollte das ca 20 Kilometer nordöstlich von Edinburgh gelegene Tantallon Castle besichtigen, welches wirklich eine tolle Szenerie bildet.

Auch gegessen habe ich in Edinbugh immer recht gut (z.B. im "Mussel & Steak House" am Grassmarket).

Stadtnah liegt der mit ILS, Taxis, Mietautos etc. versehene Flughafen von Edinburgh (EGPH); man kommt von dort problemlos mit dem Taxi in die Stadt. Leider hat der Platz hohe Landegebühren und außerdem noch ein (teures) obligatorisches Handling von Signature (bis vor einigen Jahren gab es hier auch ein Büro von Greer Aviation, die zumindest etwas günstiger waren, aber dieses wurde geschlossen). Umso ärgerlicher ist dies, da es für die GA in unmittelbarer Stadtnähe keine hundertprozentigen Alternativen zu EGPH gibt. Dort wird man letztlich ca. 350 Euro für eine Landung, Handling und eine Nacht Parken los. Es sei aber gesagt, dass außerdem das Avgas in Edinburgh stets zu den teuersten in ganz UK gehört. Man spürt förmlich, dass die kleine GA nicht sehr willkommen ist. Leider.

Da Edinburgh als Ziel wirklich lohnenswert ist hier ein paar Worte mehr zu den möglichen Alternativen zu EGPH. Vorweg. Der recht stadtnahe RAF-Platz Kirknewton (siehe AFE-Guide) hat zwar eine geringfügige zivile Mitbenutzung, erteilt aber leider kein PPR (mehr) an platzfremde Besucher. Daher lauten die Alternativen:

1. Fife-Glenrothes (EGPJ) ist ein sehr schöner, problemloser kleiner GA-Platz und ist recht passabel für einen Besuch der Stadt Edinburgh nutzbar. Er liegt allerdings immerhin ca. 40 Kilometer nördlich, auf der anderen Seite des Firth of Forth. Um nach Edinburgh zu kommen, muss man eine kurze Taxifahrt zur Bahnstation "Thornton" machen und dann mit den regelmässigen Zügen der Scotrail nach Edinburgh Waverley (Hauptbahnhof) fahren. Die Fahrzeit beträgt eine knappe Stunde. Alternativ zum Zug gibt es auch eine Busverbindung nach Edinburgh.

2. Cumbernauld (EGPG) liegt ca. 40 Kilometer westlich von Edinburgh und damit nur noch ca. 25 Kilometer östlich von Glasgow. Von hier aus ist es so, dass man mit dem Taxi eine kurze Fahrt zum Bahnhof von Cumbernauld machen muss, dann aber leider nicht mit dem Zug direkt nach Edinburgh fahren kann, sondern einmal in Falkirk Grahamston umsteigen muss. Von daher ist Cumbernauld für Edinburgh eher nicht so ideal. Wer allerdings lieber ein Auto mietet, findet nur ein paar Taximinuten vom Platz entfernt die Mietwagenfirma Arnold Clark, welche allerdings wochenends geschlossen ist (im Suchfeld "Cumbernauld" eingeben).

3. Der kleinere Flughafen der Stadt Dundee (EGPN) stellt wiederum für diejenigen eine günstige Alternative dar, die unbedingt IFR-Anflüge haben möchten. Ein absolut unkomplizierter Platz mit sehr schönem Anflug. Das Schöne: vom Platz aus ist es nur eine ganz kurze Taxifahrt zur Dundee Railway Station, und von dort fahren Direktzüge in knapp über einer Stunde nach Edinburgh Zentrum.

6. Andere Ziele / Flugplätze in Schottland

In Nordosten Schottlands, an der Nordsee zwischen Inverness und Wick gibt es einen sehr schönen Flugplatz bei dem kleinen Ort Dornoch. Der Flugplatz ist umgeben von einer Danger-Area welche man nur als äußerst "hot" bezeichnen kann. Kein Wunder; der wichtige Militärstützpunkt Lossiemouth befindet sich ganz in der Nähe. Wochentags ist im Anflug auf Dornoch daher zunächst mit Lossiemouth Radar und später (bis zur Landung) mit "Tain Range" (122.75) zu funken; die Militärs unterbrechen dann kurzzeitig ihre Starts. Von Norden kommend gibt es einen kleinen "Einflugkorridor".

Die Piste ist 775 Meter lang, hindernisfrei und in sehr gutem Zustand, somit völlig problemlos. Der Platz wird vom örtlichen Council betrieben, bei dem man auch das PPR erbitten sollte. Wenn man niemanden erreicht, scheint hier auch ein fehlendes PPR niemanden zu stören. Zwecks Landegebühr füllt man ein Formular aus und hinterlässt dies in einem Häuschen; die Rechnung wird dann zugeschickt (oder auch nicht). Um das alles zu vermeiden, kann man die Landegebühr wohl auch einfach hinterlassen und fertig. Leider sind die Gebühren für einen einsamen Grasstrip etwas hoch. Es gibt keinen Sprit am Platz.

Vom Abstellplatz aus kann man in gut 5 Minuten nach Dornoch spazieren; dabei quert man einen Teil des schönen und in UK sowie auch international äußerst renommierten "Dornoch Royal Golf Clubs", bei dem man natürlich auch eine gepflegte Runde spielen kann. Zwischendurch kann man (zumindest wochentags) immer wieder die übenden Militärpiloten beobachten. Im Clubhaus des Golfclubs kann man mit schönem Blick etwas essen. Es gibt ein feines Hotel direkt nebenan. Auch das kleine Städtchen Dornoch ist nett. Im "Luigi's" (an der Hauptstraße) gibt es sehr guten Karottenkuchen.

Beim Abflug muss man sich schon vor dem Start bei Tain Range melden (kann man sogar am Boden mit offener Rauschsperre empfangen) und entsprechende Absprachen treffen. Grundsätzlich sollte die Danger Area auf möglichst direktem Wege (=nach Westen) oder über den veröffentlichten Korridor verlassen werden.

Auch in Dornoch findet jedes Jahr ein Fly-In organisiert vom Highlands & Islands Strut der LAA statt.

Nur einige Kilometer südlich von Dornoch gibt es noch einen weiteren Flugplatz, das Easter Airfield bei Hearn. Die Piste ist 650 Meter gepflegtes Gras; sehr freundliche Leute, die gerne Gäste haben. Es gilt aber strenges PPR. Hier gelten bezüglich An- und Abflug an Wochentagen ähnliche Regeln wie für Dornoch (Absprache mit den Militärs).

35 Kilometer nordöstlich von Aberdeen, nahe des Städtchens Peterhead, gibt es noch den kleinen Flugplatz Longside. Dieser hat eine 500-Meter Asphaltpiste. Betreiber ist der Buchan Aero Club. Mit Voranmeldung kann man auch hier Avgas bekommen. Peterhead ist eine Fischereistadt, auch wenn die Anzahl der Fischer in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen ist. Der Peterhead Fish Market ist einer der wichtigsten des Königreichs; von hier geht der Fisch nach ganz UK und Europa.

In Wick (EGPC), im äußersten Nordosten Schottlands, starten und landen vor allem transatlantische GA-Flüge. Der Platz hat Instrumentenanflugverfahren. und die Firma "Far North Aviation" kümmert sich um alles, wenn nötig auch um den Verleih einer Rettungsinsel, von Kälteschutzanzügen, etc. Wer also vielleicht auch "nur" Richtung Orkneys oder Shetlands fliegt und gerne perfekt für den Fall einer Wasserung vorbereitet sein will, sollte hier einen Zwischenstopp machen. Das Selbe gilt für Flüge von und nach Norwegen (Zoll ist hier möglich). Früher wurde Far North von Andrew geleitet, der aber 2017 in Pension gegangen ist; seitdem kümmert sich eine Dame namens Drew um die Kunden. Es gibt neben Jetfuel natürlich auch Avgas. Der Platz gehört dem Highlands & Islands Flugplatz-Netzwerk an, dementsprechend kostet die Landung 20,50 Pfund, welche an HIAL gehen. Bei Anflügen unter IFR kommt eine Extra-Gebühr hinzu. Außerdem versucht die lokale Firma Far North Aviation gerne, zusätzliches Geschäft zu machen..., also etwas aufgepasst. Ansonsten liegt Wick allerdings mitten in der Isolation. Die Stadt gilt eher als eine der eher etwas desolateren in Schottland. Daher ist EGPC eher nur als "Tech-Stop" zu empfehlen. Aber beachten: Wick hat wochenends nur sehr begrenzte Öffnungszeiten; um außerhalb dieser operieren zu können, braucht man das HIAL-"out-of-hours permit". Allerdings bekommt man dann natürlich erstmal keinerlei Dienstleistungen am Platz.

Wick selbst bietet eher nur typisch-britische Murkshotels für Ferrypiloten und Budget-Touristen. Wer es etwas schöner haben wil, sollte das Ackergill Tower Hotel, ein paar Kilometer nördlich von Wick erwägen (man wird am Platz abgeholt). Überhaupt gibt es entlang der Küste nahe Wick eine Reihe recht sehenswerter Castels, sowohl solche die "in Betrieb" sind, als auch Ruinen.

Aberdeen (EGPD) ist, da Handling-Plicht (Signature und ähnliche) besteht, sehr teuer (ähnlich wie Edinburgh). Der Platz ist außerdem leider absolut GA-unfreundlich - er hat sich vor allem auf die Abfertigung der Helipoter-Verkehre zu den Ölborhinseln in der Nordsee ausgerichtet; außerdem gibt es Linienverkehr. Alternative: Dundee (EGPN), von wo aus man mit dem Zug ohne Umsteigen nach Aberdeen fahren kann. Für wen auch Grasplätze in Fragen kommen, bietet sich der Platz Whiterashes (20km nördlich der Stadt, Pisten mit 700 und 870 Meter Gras) an. Aberdeen ist aber ohnehin nicht so wahnsinnig interessant. Die Stadt lebt wie gesagt vor allem vom Erdöl-Geschäft.

Dundee (EGPN) ist als Platz recht interessant, da direkt am Firth of Tay und außerdem sehr stadtnah gelegen. Die Stadt selbst aber ist eher nicht ganz so reizvoll. Der Flugplatz gehört zu den Highlands & Islands Airports. Vor allem hat er IFR-Anflüge und ist außerdem sehr bezahlbar (nur 17 Euro, wobei Instrumentenanflüge extra kosten), was in dieser Kombination in Schottland eher selten ist. Es lohnt sich außerdem, wegen geringerer Gebühren das Parken auf Gras zu erbeten. Avgas ist Schottland-typisch eher teuer. Achtung: während der Platz insgesamt sehr gute Öffnungszeiten hat, schließt er samstags schon recht früh.

Der Platz taugt auch, wenn man nach Aberdeen will, aber EGPD vermeiden möchte, bzw. man nach Edinburgh will, aber EGPH vermeiden möchte, denn es fahren jeweils Direktzüge ab Dundee Railway Station, welche wiederum nur eine drei Minuten kurze Taxifahrt vom Flugplatz entfernt ist.

Perth-Scone (EGPT) und (wie weiter oben im Zusammenhang mit Edinburgh schon angesprochen) Fife-Glenrothes (EGPJ) sind zwei sehr gute, aktive GA-Plätze für den Osten Schottlands. Insbesondere Fife gilt eines einer der freundlichsten Flugplätze in UK und kann als VFR-Alternative für das teure Edinburgh (EGPH) verwendet werden. Golfplatz direkt nebenan! Zur Übernachtung in Platznähe sei außerdem das nahe Bed 'n Breakfast Greenhead of Arnot empfohlen (Abholung vom Flugplatz wird angeboten). Der Flugplatz Perth hat meines Wissens neben Avgas meist auch günstiges Mogas. Dazu PCL. Außerdem ein (einfaches) Hotel direkt am Platz, die "Sky Lodge".

Strategisch zwischen Glasgow und Edinburgh gelegen, ist Cumbernauld (EGPG) einer der bedeutenderen GA-Landeplätze Schottlands. Er hat zwar keine IFR-Verfahren (wobei gemäß AIP wohl das ILS von Edinburgh zum Cloudbreaking verwendet werden kann), ist aber eben verkehrstechnisch gut gelegen. Die Gebühren sind für einen VFR-Platz eher einen Tick hoch. Dafür (zumindest für schottische Verhältnisse) meist relativ günstiges Avgas. Wer vor Ort ein Auto mieten möchte, findet nur ein paar Taximinuten vom Platz entfernt die Mietwagenfirma Arnold Clark, welche allerdings wochenends geschlossen ist.

Der Platz kann aufgrund seiner Nähe und Anbindung insbesondere als VFR-Alternative für Glasgow genutzt werden. Dabei muss man mit dem Taxi zum Bahnhof von Cumbernauld und dann mit dem Zug in nur 27 Minuten nach Glasgow Queen Street (ist zwar nicht der Hauptbahnhof, liegt aber ebenfalls mitten im Zentrum). Das Städtchen Cumbernauld hingegen gilt als hässlich. Mit dem Auto sind es nach Glasgow nur ca. 30 Minuten; nach Edinburgh sind es etea 50 Minuten.

Der Flugplatz Castle Kennedy liegt im außersten Südwesten Schottlands, nahe des Städtchens Stranraer. Es handelt sich hier - wie in so vielen Fällen - um einen ehemaligen RAF-Platz, der nun auf ganz kleiner Flamme für die GA betrieben wird. Vorsicht ist allerdings geboten, da nur ein 600 Meter langer Teil einer der beiden Pisten neu geteert wurde und daher benutzbar ist. Wegen der den Platz umgebenden EG-Ds (Danger Areas) sollte man rechtzeitig mit Scottish Information funken, um sicher zu sein, dass man diese kreuzen darf.

Ein Pub mit Hotel (das "Plantings Inn", siehe Lockyear's) befindet sich am Flugplatzausgang, der an der Schwelle der Piste 08 liegt. Von dort aus sind es nur ca. 10 Minuten Fußweg zum Eingang der Gartenanlage "Castle Kennedy Gardens". Innerhalb dieses Gartens kann sowohl das Castle Kennedy (von dem allerdings nur noch eine Ruine steht) als auch das neuer gebaute Lochinch Castle besichtigen. Auch dort gibt es Verpflegung.

Castle Kennedy ist somit ein netter Pausenstopp mit Spaziergang und Schloßbesichtigung auf dem Weg nach Nordschottland. Nur leider gibt es kein Avgas (Mogas kann man sich mit Kanistern von einer nah gelegenen Tankstelle besorgen). Website des Flugplatzes: www.castlekennedyairfield.co.uk. Jedes Jahr Ende Mai gibt es hier ein sehr beliebtes Fly-In.

Die Städte Glasgow und Prestwick sind (im Gegensatz zu Edinburgh) eher nichts so Besonderes und daher nicht sonderlich besuchenswert. Der Flughafen von Glasgow (EGPF) ist wegen obbligatorischem Signature-Handling leider außerdem sehr teuer. Prestwick (EGPK) wird auch als "Glasgow-Prestwick" vermarktet und kann in der Tat dank guter Anbindung als Alternative für einen Besuch von Glasgow verwendet werden. Er ist nämlich, wenn man sich von der Flugschule "Prestwick Flight Cente" handeln lässt, recht günstig. Wenn man z.B. später abends kommt, muss man die FBO, "Prestwick Aviation Services", bemühen; dann ist es spürbar teurer. Außerdem ist der Platz ein ordentliches IFR-Alternate, falls das Wetter in dieser Gegend mal komplett zumachen sollte; und er ist gut zum Tanken für eine Hebridentour, da das Avgas hier zumindest etwas günstiger ist als in Stornoway, Oban und Islay. Zuguterletzt kann man ab Prestwick beim dortigen Flight Centre Wasserflugschulung machen (siehe auch Abschnitt "Wasserflug"). Wer mit einer 530 Meter Grasbahn (plus 110 Metern "overrun") klarkommt, kann außerdem noch den Platz Strathaven als VFR-Alternative für Glasgow erwägen, denn der liegt nur ca. 20 Kilometer südöstlich von Glasgow. Allerdings befinden sich in der Umgebung des Platzes zahlreiche Windräder, die Berichten zu Folge unter gewissen Bedingungen sehr starke Turbulenzen im An- und Abflug erzeugen können! Sonst ist es ein sehr aktiver kleiner Sportfliegerplatz (hauptsächlich UL), wo es auch stets Mogas gibt.

Abschließend zu Schottland ein paar weitere, generelle Tipps:

Für eventuelle weitergehende Fragen zum Fliegen in Schottland (speziell dem Norden) kann man sich an den zuständigen Regionalzweig des Sportfliegerverbandes LAA wenden: www.laahighlandstrut.org.uk 

Aufgrund der im Sommer sehr langen Tage lohnt es sich bei einer Schottland -Tour eventuell, vorab ein "out-of-hours permit" für die Plätzes des Highlands & Islands Flughafen-Netzwerks (HIAL) bzw. die Argyll Air Service Aerodromes (Oban, Coll, Colonsay) zu beantragen. Siehe dazu den Abschnitt "PPR".

Die FIS-Lotsen von Scottish Info gelten als die GA-freundlichsten in ganz UK. Aber bedenken: FIS hat in der Regel kein Radar!

Aufpassen muss man speziell in den Highlands unter der Woche auf tief fliegende Militärflugzeuge. In der Tat behindert die so genannte "Highlands Restricted Area" (EG-R610) das Fliegen in den nördlichen Highlands wochentags (speziell nachmittags) doch erheblich. Allerdings kann man auch bei aktiver EG-R610 unter Umständen mit FIS einen Durchflug koordinieren.

Ein beliebter Tankstopp in Nordwestengland (für Avgas) auf dem Weg nach Schottland ist der (unlizensierte) Platz Kirkbride (siehe Flight Guides, nicht im Jeppesen enthalten). Man sollte sich aber wegen des Spritbedarfs dort vorher anmelden. Alternativ kann man den lizeniserten Platz Carlisle (EGNC) als verlässlichen Stopp für Avgas verwenden, wobei dort die Landegebühren eher ein Tick hoch sind. Im Nordosten Englands kann man zum Avgas tanken (ohne dafür hohe Gebühren zu bezahlen wie in Newcastle oder Durham Tees Valley) z.B. in Fishburn, Peterlee oder in Eshott landen (für Sprit am besten vorher anfragen). Eshott hat übrigens neben Avgas auch sehr günstiges Mogas.


© 2012-2018 | Philipp Tiemann
flugdurchfuehrung