Flugvorbereitung/Zoll
Zoll / Einreise / Grenzpolizei

VORAB, zum Thema BREXIT: Der beschlossene Austritt des Königreichs aus der EU hat zunächst überhaupt keine Auswirkungen auf das grenzüberschreitende Fliegen im Zusammenhang mit den Britischen Inseln. Alles ist und bleibt so, wie bisher bekannt und im Folgenden beschrieben. Selbst langfristig wird es möglicherweise gar keine oder nur geringfügige Änderungen geben. Abwarten. Und nun zur den konkreten Regelungen:

Das Thema Zoll & Einreise ist im Zusammenhang mit UK, Irland, den Kanalinseln und der Isle of Man ziemlich kompliziert. Aber: wenn man sich etwas einliest und mit dem System auskennt, kann man als Privatpilot sehr von den teils außerordentlich pragmatischen Einreise- und Zollbedingungen profitieren. Also... nur Mut!

UK (Vereinigtes Königreich)

Zunächst zu UK (also nicht Irland): UK ist Vollmitglied der EU, aber kein sog. Vollanwender des Schengen-Abkommens. Das sind zunächst erstmal "bad news"; bei Flügen nach UK genießt man also nicht ganz jene Freiheiten, wie man es seit Jahren in den meisten Teilen Europas gewohnt ist (sprich: Flugplan machen und los).

Grundsätzlich würde man also denken, dass somit bei allen Flügen vom Ausland aus nach UK sowie von UK ins Ausland immer und stets zunächst ein "Zollflugplatz" verwendet werden muss; dabei muss zwar kein Zoll gemacht werden, wohl aber natürlich eine "Einreise" bzw. "Ausreise" (sprich: Paßkontrolle) erfolgen. Letztere Unterscheidung ist im Zusammenhang mit UK sehr wichtig, und wie Sie sehen werden, ist nicht jeder britische Zollflugplatz gleichzeitig auch ein Einreiseflugplatz (umgekehrt sind Einreiseflugplätze aber immer auch Zollflugplätze). Nur: Diese Feinheiten sind leider in AIP und Jeppesen nicht so ganz präzise wiedergegeben...

Glücklicherweise aber - und das sind die "good news" - hat man in UK für grenzüberschreitende Privatflüge eine sehr praxisnahe Lösung gefunden, und zwar ist es de facto weitgehend möglich, aus anderen EU-Ländern (sowie auch von der Isle of Man) kommend jeden beliebigen UK-Flugplatz (auch die "unlizensierten") direkt anzufliegen, insofern man dies mit einigem zeitlichem Vorlauf bei den britischen Behörden so anmeldet. Eine Genehmigung ist als solche nicht notwendig. Und so funktioniert's:

Für die Anmeldung solcher Flüge haben die britischen Behörden (die UK Border Force und die UK Police) gemeinsam ein Einreise- und Ausreiseformular entwickelt, das so genannte "GAR form". Das ist nichts anderes als eine Erklärung des Piloten darüber, wann, wo, welche Personen das Vereinigte Königreich per Flugzeug betreten werden. Download:

--> Hier

klicken, und dann auf "General Aviation Report Form".

Es handelt sich um ein Excel-Formular, welches man direkt am PC ausfüllen und dann per e-mail (Adresse siehe weiter unten) versenden kann.  Hierbei sollte man in das Betreff-Feld der e-mail das Wort "GAR", die Registrierung des Flugzeugs und den Namen sowie ggf. den ICAO-Code des betroffenen Flugplatzes in UK schreiben. Leider ist das Excel-Sheet eher schlecht gemacht und birgt etwas Frustrationspotenzial.

Achtung: die Versendung des GAR per Fax ist mittlerweile nur noch als Notlösung zugelassen. Außerdem werden nicht leserlich per Hand ausgefüllte GARs nicht akzeptiert. Dazu kommt, dass es das nunmehr gültige Format des Formulars (mit seinen sehr schmalen Zeilen) sehr schwierig macht, dies leserlich auszufüllen (zumal wenn es danach gefaxt wird!). Also wie gesagt: eher nicht empfohlen (wenn man allerdings ohne Computer oder Tablet auf Reisen unterwegs ist, bleibt es unter gewissen Umständen manchmal der einzige Weg).

Darüber hinaus gibt es nun allerdings seit einiger Zeit die bequeme Möglichkeit der Online-Aufgabe; siehe dazu etwas weiter unten.

Die (wichtigen) offiziellen Ausfüllhinweise zum GAR gibt es ebenfalls unter oben aufgeführtem Link, siehe "General Aviation Report Guidance" (dazu später noch mehr).

Der Sinn dieser "Voranmeldung" liegt darin, den Behörden Zeit zu geben, um bei Zweifeln Rückfragen zu stellen oder um persönlich zum betroffenen Flugplatz zu kommen um entsprechende Kontrollen vor Ort vorzunehmen. In den allermeisten Fällen wird aber entschieden, nicht zu kommen. Dies ist völlig normal und sollte nicht verwundern; die Einreise ist dann damit ebenfalls erledigt und man muss dann nichts weiteres mehr tun.

Was aber tun, wenn sich mal der Abflug verzögert, und somit die Ankunftszeit auf dem GAR nicht mehr stimmt? Kein Problem, denn die tatsächlichen Uhrzeiten werden von den Behörden bei Interesse ohnehin den Flugplandaten entnommen. Wichtig ist stets, dass überhaupt ein GAR für den richtigen Tag vorliegt. Dennoch gibt es u.a. für Mitteilungen von Änderungen und anderen dringlichen Dingen seit 2015 auch eine telefonische Helpline der UK Border Force. Diese lautet:

+44(0)8457231110

Man soll sie aber nur für "Notfälle" verwenden, also wenn es wirklich kurzfristig eine wesentliche Planänderung geben sollte. Auch gibt es diese Möglichkeit nur für Mitteilungen, die die UK Border Force betreffen, also vor allem für Flüge von Kontinentaleuropa nach UK.

Aber, ganz wichtig: die Wirkung eines an die UK-Behörden gesendeten GAR-Formulars beschränkt sich nur auf das Vereinigte Königreich. Es befriedigt also nur die Anforderungen der Behörden in UK. Man darf daher nicht den Fehler begehen, zu denken, durch das Aufgaben des UK-GAR würden auch die vom Flug betroffenen Behörden außerhalb von UK benachrichtigt; das ist grundsätzlich erst einmal nicht der Fall.

Zur Klarstellung: Für Flüge zwischen England, Schottland und Wales sind selbstverständlich keinerlei Grenz- oder Zollformalitäten notwendig. Aber: für Flüge von z.B. England nach Nordirland - obwohl Nordirland ja Teil von UK ist - allerdings schon (mehr dazu weiter unten).

Und übrigens: für Flüge auf die Britischen Inseln ist es ausreichend, wenn deutsche Bundesbürger den Personalausweis mitführen; ein Reisepass ist nicht notwendig.

Der Standardfall: Flüge zwischen Europa und UK

Vor der Einreise von einem EU-Land (außer Irland) kommend (d.h. z.B. Deutschland, Belgien, Niederlande, Frankreich, etc.) muss das ausgefüllte GAR mit einer Vorlaufzeit von mindestens 4 Stunden (gegenüber der erwarteten Landezeit in UK) an die so genannte "National Coordination Unit" (NCU) gesendet werden. Diese leitet die Infos dann an die lokal (für den Landeort) zuständige Einheit der UK Border Force weiter, welche unter sich den Zoll und die Einreisebehörde vereint. Die Kontaktdaten der NCU lauten:

email: ncu@hmrc.gsi.gov.uk
Fax: 0044 1708862521 (wie gesagt nur als Notlösung)

Ganz wichtig: man muss ein solches GAR auch dann absenden, wenn man über einen offiziellen Zoll- bzw. Einreiseplatz nach UK einreist. Der einzige Unterschied besteht schlicht darin, dass dann eben keine strikten Vorlauffristen gelten. Es muss aber auch bei diesen Plätzen (dies gilt erst seit 2013) dennoch stets vorab ein GAR versandt werden. Sie sehen also, dass es eigentlich keinerlei praktischen Vorteil hat, bei Flügen von Europa nach UK zunächst einen regulären (und meist etwas teureren) "Einreiseflughafen" anzufliegen, denn auch bei kurzfristigeren Flugvorhaben sollte es in den meisten Fällen ja kein Problem sein, die oben genannten vier Stunden Voranmeldefrist einzuhalten.

Wichtig ist außerdem, dass man beim Abflug aus Europa (also zum Zeitpunkt des "Ausflugs" aus dem Schengen-Raum) dort einen Flugplatz nutzt, der die notwendige Paßkontrolle ermöglicht. Hierzu noch ein Hinweis für diejenigen, die direkt von Deutschland direkt nach UK (oder auch anders herum) fliegen wollen: es gibt in Deutschland eine Vielzahl von kleineren Plätzen, an denen - sehr unbürokratisch - die Einreise / Ausreise und damit zusammenhängende Personenkontrolle (also kein Zoll) direkt vom Flug- oder Betriebsleiter erledigt werden kann (hängt auch ein bisschen vom Bundesland ab). In andere Fällen wird durch den Flug- oder Betriebsleiter die Bundespolizei informiert; diese entscheidet dann, ob sie zur Kontrolle zum flugplatz kommt oder nicht.

Teilweise ist es auch möglich und relativ einfach, von der zuständigen Bundespolizei eine so genannte "Grenzerlaubnis" ausgestellt zu bekommen, so dass gar vor Ort gar keine Kontrolle mehr erfolgt. Interessant ist, dass in einigen dieser Fälle überhaupt nichts davon in der AIP bzw. im Jeppesen steht. Es lohnt sich daher, bei seinem eigentlichen Start- bzw. Zielflugplatz in Deutschland nachzufragen, ob eine Einreise in den Schengen-Raum bzw. Ausreise aus dem Schengen-Raum (wie gesagt: KEINE Zollkontrolle) dort möglich ist. Zeitweise hatte die deutsche Bundespolizei früher auf ihrer Website eine gute Liste aller Flugplätze mit Grenzübergangspunkt; diese existiert dort aber leider nicht mehr. Im Grunde kann man aber sagen, dass die meisten Verkehrslandeplätze die Schengen-Einreise bzw -ausreise erlauben. Aber: in den meisten Fällen ist hierfür eine vorherige Anmeldung bei dem entsprechenden Flugplatz mit ein paar Stunden Vorlauf notwendig.

Bei den meisten anderen Ländern wie Frankreich und Belgien gibt es diese feine Unterscheidung zwischen "Zollplätzen" und "Einreiseplätzen" allerdings meist nicht. Daher muss man dort schlicht stets einen "Zollflughafen" verwenden. Lediglich die Niederlande haben eine ähnliche Regelung wie die deutsche. Auch dort sollte man sich daher konkret bei seinem Startplatz informieren.

Achtung in diesem Zusammenhang: Frankreich hat 2012 einer ganze Reihe von mittelgroßen Fluglätzen den Status als "Zollplatz" aberkannt. Daher unbedingt prüfen, ob auf dem geplanten Platz tatsächlich die Ausreise bzw. Einreise gemacht werden kann (NOTAMs checken!). Außerdem gibt es mittlerweile eine ganze Reihe Plätze in Frankreich (aber auch andernorts), wo die Ein- oder Ausreise zwar grundsätzlich möglich ist, dies aber ungedingt vorab angemeldet werden muss. Beliebte französische Zollplätze direkt am Kanal sind: Calais (LFAC), Le Touquet (LFAT), Le Havre (LFOH), Deauville (LFRG), Caen (LFRK), Cherbourg (LFRC) und Dinard (LFRK); bei diesen ist teilweise für die Zollabfertigung eine Voranmeldung (teilweise zumindest offiziell mit 24 Stunden Vorlauf!) notwendig. Eine aktuelle und offizielle Liste der zuläassigen Grenzübergangspunkte in Frankreich ("points de passage frontarliers") findet sich hier.

Auch die Niederlande verlangen seit Ende 2015 bei Flügen von und zu den Britischen Inseln (und alle anderen Ziele außerhalb Schengens) eine Art Gendec. Hierfür gibt es mittlerweile sogar ein Portal, mit dem man das Gendec online ausfüllen kann. Siehe hier: www.gendec.eu. Alles recht umständlich und nervig. Aus diesem Grund und aufgrund der allgemein recht hohen Gebühren und Treibstoffkosten kann ich die Niederlande als Zwischenstopp für Flüge von und zu den Britischen Inseln nicht empfehlen.

Flüge von UK nach Europa

Beim Ausflug aus UK in Richtung der EU hingegen (dies gilt aber nicht für Irland) ist für die britischen Behörden keinerlei Grenzformalität notwendig und man kann von jedem x-beliebigen Platz starten, ganz ohne GAR! Eine große Erleichterung für die GA. Wenn man z.B. von Deutschland nach England fliegt und ein paar Tage später wieder zurück, so reicht es, einmalig ein GAR (für die Einreise, also "inbound") zu machen; für den Rückflug ist keins notwendig.

Aber: Am "europäischen" Ende eines solchen Fluges muss natürlich zunächst stets wieder zwecks Einreise in den Schengen-Raum auf einem Platz gelandet werden, welcher dafür zugelassen ist. Dessen Regelungen sind wiederum zu beachten. Die Niederlande fordern wie gesagt eine schriftliche Anmeldung, obwohl man ohnehin nur an einem offiziellen Einreiseplatz landen darf.

Und nun die Spezialfälle:

Flüge zwischen Großbritannien und den Channel Islands, der Isle of Man, Irland, Nordirland sowie anderen Nicht-EU-Ländern

Für Flüge von und zu diesen Zielen gibt es in UK etwas weiter gehende Regelungen. Und ab hier wird es leider etwas kompliziert...

Allgemein sind alle Regelungen und Pflichten ganz offiziell in den Ausfüllanweisungen zum GAR aufgeführt. Das Dokument ist aber etwas schwer zu lesen; daher hier mein Versuch, das Ganze mit meinen Worten halbwegs verständlich und übersichtlich zusammenzufassen

Grundsätzlich hängt aus der Kombination von Startland und Zielland ab, welche Stellen mit wie viel Vorlauf benachrichtigt werden müssen und welche Flugplätze dann benutzt werden dürfen.

Es kommt nämlich bei einigen Flügen nun neben dem Zoll und der Einreisebehörde (zusammen die "Border Force") noch die Polizei als weitere Behörde ins Spiel.

Außerdem kommt hinzu, dass für Flüge, die zwischen Großbritannien auf der einen Seite sowie Irland, Nordirland, der Isle of Man, den Channel Islands sowie allen anderen Nicht EU-Ländern auf der anderen Seite für die Versendung des UK-GAR grundsätzlich deutlich längere Vorlauffristen bestehen. Und zwar:

Für Flüge zwischen UK und den Kanalinseln: 12 Stunden vorher, an die NCU (welche an den Zoll, die Einreisebehörde und die Polizei* weiterleitet). Wie gesagt: dies gilt für die UK-Seite. Außerdem dürfen bei solchen Flügen auf der UK-Seite streng genommen ausschließlich solche Plätze verwendet werden, die entweder "Customs-designated" sind oder solche, die zumindest ein spezielles Abkommen mit der UK Border Force, ein so genanntes "Certificate of Agreement" haben (dei allermeisten "unlizensierten" Flugplätze kommen somit für diese Flüge nicht in Frage). Die Details dazu, welche Plätze "customs-designated" sind, und welche ein CoA haben, gehen wiederum aus den Ausfüllanweisungen zum GAR hervor. (Hinweis: in der Praxis ist es so, dass wenn man rechtzeitig und korrekt das GAR verschickt, auch dann wenn man einen UK-Platz ohne "Certificate of Agreement" verwendet, die Behörden keine Einsprüche äußern).

*Wenn der auf UK-Seite verwendete Platz "police-designated" ist, wird das GAR übrigens gar nicht an die Polizei weitergeleitet; es bleibt aber effektiv dennoch bei der 12-Stunden GAR-Pflicht aufgrund des entsprechenden Border Force-Requirements.

Für Flüge zwischen UK und der Isle of Man: Wenn der auf UK-Seite verwendete Flugplatz eine "Police-Designation" hat (siehe Auflistung in den GAR-Instructions), ist für die UK-Behörden gar kein GAR notwendig. Wenn er keine hat, dann ist das GAR mit 12 Stunden Vorlauf an die NCU zu senden (damit diese es an die an die Polizei weiterleitet). Es darf aber in jedem Fall auf UK-Seite jeder beliebige Flugplatz verwendet werden.

Für Flüge zwischen Großbritannien und Nordirland: Dies ist ein Spezialfall. Bekanntlich ist Nordirland ja Teil von UK. Und dennoch ist bei Flügen zwischen Großbritannien und Nordirland (und anders herum) in der Regel ein GAR notwendig! Es ist der einzige Fall für Flüge innerhalb von UK, wo dies der Fall ist. Dabei stellt sich die Frage: ist ein Flug z.B. von England nach Nordirland auf dem GAR nun als "inbound" oder "outbound" zu kennzeichnen? Antwort: outbound (es wird also in diesem Fall stets die "Perspektive" Großbritanniens eingenommen).

Wenn sowohl der Platz auf GB-Seite, als auch der Platz auf NI-Seite eine "Police-Designation" haben (siehe Auflistung in den GAR-Instructions), ist gar kein GAR notwendig. Wenn zumindest auf einer Seite der verwendete Platz keine Police-Designation hat, dann ist das GAR mit 12 Stunden Vorlauf an die NCU (zur Weiterleitung an die entsprechende Polizeistelle) zu senden. Es darf aber dann grundsätzlich auf beiden Seiten jeder beliebige Flugplatz verwendet werden. Also nochmal: wenn auf nordirischer Seite ein Platz verwendet wird, der nicht "police-designated" ist; muss ein GAR (via NCU) an die nordirische Polizeistelle gehen. Ist der auf GB-Seite verwendete Platz nicht "police-designated", muss ein GAR (via NCU) an die zuständige Polizeistelle in Großbritannien gehen. Wenn beide Plätze keine "police-designation" haben, geht es an beide Polizeistellen.

Anmerkung: Die im Zusammenhang mit Flügen nach Irland und Nordirland involvierte Polizeistelle der Briten nennt sich "special branch", daher hört man diesen Begriff gelegentlich.

Für Flüge zwischen UK und der Republik Irland: Hier hängen die Anforderungen davon ab "in welche Richtung" der Flug stattfindet.

1. Von UK nach Irland: Wenn der auf UK-Seite verwendete Flugplatz eine "Police-Designation" hat (siehe Auflistung in den GAR-Instructions), ist kein GAR notwendig. Wenn er keine hat, dann ist das GAR mit 12 Stunden Vorlauf an die NCU (zur Weiterleitung an die Polizei) zu senden. Es darf aber auf UK-Seite jeder beliebige Flugplatz verwendet werden.

2. Von Irland nach UK: 12 Stunden vorher, an die NCU (zur Weiterleitung an Border Force und die Polizei*). Es darf auf UK-Seite jeder beliebige Flugplatz verwendet werden.

*Wenn der auf UK-Seite verwendete Platz "Police-designated" ist, wird das GAR übrigens gar nicht an die Polizei weitergeleitet, sondern dann nur an die Border Force. Ausschließlich in diesem Fall reduziert sich dann die Vorlauffrist auf 4 Stunden.

Bei Flügen zwischen UK und Nicht-EU-Ländern außer den Kanalinseln und der Isle of Man (also letztlich relevanterweise quasi nur: der Schweiz, Island und Norwegen) gelten für das GAR sogar 24 Stunden Vorlaufzeit; es muss also noch langfristiger geplant werden. Außerdem dürfen wiederum nur Plätze mit "Customs-Designation" oder solche mit "Certificate of Agreement" genutzt werden.

Allgemein kann man sich merken:

Ein GAR ist notwendig bei allen Flügen zwischen UK auf der einen und einem anderen Land auf der anderen Seite. Außerdem bei Flügen zwischen Großbritannien und Nordirland (was ja ein UK-interner Flug ist). Die einzige Art von Flug, bei dem gar kein GAR notwendig ist, ist jener von UK in Richtung EU (mit der genannten Ausnahme Irland).

Allgemeine Hinweise zum GAR

Die in einigen Fällen einzuhaltende 12-Stunden-Frist ist nicht zu unterschätzen. So muss man "auf Tour" manchmal sehr gut (sprich: schon am Vorabend) vorausplanen, damit man nicht doch irgendwann mal irgendwo hängen bleibt, nur weil nicht rechtzeitig das GAR versendet wurde. Und dies ist natürlich gerade bei dem launischen britischen Wetter manchmal nicht ganz leicht. Daher: immer eher optimistisch planen und dann ggf. das Vorhaben (und das GAR) wieder canceln. Es ist aber nie zu vergessen, dass man, wenn alle Stricke reissen, natürlich stets einen entsprechend "designierten" Platz anfliegen kann, ohne dass dann eine strikte Vorlauffrist für das GAR besteht.

Einige Flugplatz-Betreiber bzw. Handling-Agents verlangen, dass der Pilot zusätzlich auch direkt an sie eine Kopie des GAR sendet, damit diese sich davon überzeugen können, dass der Pilot alle seine Pflichten dieser Art getan hat bzw. diese ihrerseits das Formular an die lokalen Behörden weiterleiten können. Allerdings: dazu haben die Flugplätze genau genommen - allein schon aus Datenschutzgründen - kein Recht. Daher: wenn man Sie dennoch beim PPR-Anruf auf eine Kopie des GAR ansprechen sollte, sagen Sie bestimmt aber höflich, dass Sie sich schon selbst um die Versendung des GAR kümmern werden. Wenn das denen nicht ausreicht, dann schicken Sie eben - um langen Diskussionen aus dem Weg zu gehen - dem Platz eine Kopie ihres GARs und fertig.

In keinem Fall aber muss man (bei Privatflügen) nach der Absendung des GAR auf eine Bestätigung oder gar auf eine Genehmigung des Fluges warten (auch dann nicht, wenn die Polizei involviert ist). Es ist ausreichend, das GAR rechtzeitig versendet zu haben. Auch wenn irgend jemand einmal etwas anderers behaupten sollte: der Pilot hat mit der rechtzeitigen Absendung des GAR seine Pflicht getan und braucht keine weitere explizite Genehmigung. Punkt. Nur dann, wenn man einmal nicht in der Lage sein sollte, die vorgegebene Frist einzuhalten, man aber dennoch auf einem nicht entsprechend "designierten" Platz landen möchte, ist es sinnvoll, bei der oder den bertroffenen Behörden anzurufen, da dann häufig trotzdem grünes Licht gegeben wird.

Online-Aufgabe des GAR

Einige Zeit wurde daran gearbeitet; seit 2013 ist es Realität: man kann nun alternativ zu Fax und e-mail das GAR auch direkt online auf einem Webportal ausfüllen und versenden.

Das Tool "Online-GAR" ermittelt (entsprechend Startflugplatz und Zielflugplatz) alle notwendigen finalen Empfänger (bei den UK-Behörden sowie den Behörden der Isle of Man) automatisch. (Allerdings muss man auch weiterhin auf die Einhaltung der Fristen achten; daher muss man sich letztlich doch ausreichend gut mit der ganzen Thematik auskennen.)

Seit 2014 gibt es ein professionell gemachtes, HTML-basiertes Web-Portal zur Online-Aufgabe:

> www.onlinegar.com < 

Hierfür ist eine kurze Registrierung notwendig. Aber: es lohnt sich, denn die Seite ist sehr bequem und benutzerfreundlich. Das System ist vollständig mit den UK-Behörden (Immigration, Customs und Police) vernetzt und abgestimmt und daher als absolut "offiziell" zu bezeichnen. Nach Aufgabe oder Streichung von GARs bekommt man stets gute, verständliche Bestätigungs-Emails, was sehr wichtig ist. OnlineGAR ist mittlerweile auch mit der Isle of Man vernetzt, sendet es also auch an die dortigen Behörden.

Kleiner Nachteil: Dieser Service ist nicht kostenlos und kostet umgerechnet knapp vier Euro pro aufgegebenem GAR (nur insofern dies danach vor dem Flug nicht mehr gecancelt wurde). Man bekommt aber bei der Registrierung zunächst mal drei kostenlose "Credits" geschenkt.

Weitere Vorteile jedoch: es ist die Speicherung von Flugzeugdaten und Personendaten möglich; d.h. wiederholte GARs lassen sich in wenigen Minuten komplettieren und versenden. Meiner Meinung nach ist onlinegar.com für Leute, die nur ganz gelegentlich in UK fliegen sehr zu empfehlen, da man sich gegenüber den klassischen Methoden im Zweifel einiges an Frust und Ärger spart. Auch das Canceln eines GARs ist über dieses Portal elegant möglich.

Wenn man das GAR über das Online-Portal aufgegeben hat, braucht man auch keinen Ausdruck des GARs mit sich zu führen. Es reicht (und ist sogar aussagekräftiger), wenn man die vom Portal vergebene Vorgangsnummer parat hat.

Das System von onlinegar.com wurde übrigens auch in Skydemon integriert: d.h. dass Skydemon-User das GAR ganz bequem aus dem Programm heraus (parallel zum Flugplan) aufgeben können und dafür auch keine Credits von seinem OnineGAR-Account verbrauchen. Auch via Rocketroute und Autorouter lassen sich GARs verschicken (wobei Autorouter nicht mit Online-GAR vernetzt ist, sondern lediglich die klassische email an die Adresse der NCU verschickt).

Abschließend zum Thema "Online-Aufgabe des GAR":

Langfristig wird die Online-Aufgabe wohl die einzig mögliche Art der Aufgabe des GAR sein. Schon heute ermutigen die Behörden die Piloten, ausschließlich nur noch das Online-Tool zu verwenden. Bisher "funktioniert" allerdings nach wie vor auch das klassische Versenden via email (und zur Not sogar per Fax).

Leider aber hat die Einführung dieses Tools zumindest bisher nicht dazu geführt, dass die derzeit geltenden Vorlauffristen in irgend einer Weise verkürzt wurden. Dies war natürlich die große Hoffnung der Piloten, welche aber enttäuscht wurde. Möglicherweise wird das aber in Zukunft noch kommen.

Republik Irland

Zur Erinnerung: Auch Irland hat (genau wie UK) das Schengener Abkommen nicht vollständig umgesetzt, so dass die Grenzkontrollen nicht weggefallen sind.

Was die Einreise nach Irland betrift, so gibt es dort grundsätzlich eine gute handvoll Flugplätze, an denen man ganz offiziell und ohne weitere Genehmigungen einreisen kann. Es handelt sich hier weitgehend um jene Plätze mit Kontrollzone. Allerdings ist auch hier teilweise eine Voranmeldung für die Einreise von Flughafen gewünscht.

Darüber hinaus können aber auch die meisten übrigen Kleinflugplätze aus der EU kommend direkt angeflogen werden, wenn man - in diesem Fall meist 24 Stunden vor der Landung den Flug bei der irischen Zollbehörde anmeldet. Es gibt dafür ein sehr ähnliches Formular*:

Irisches Customs & Excise-Formular 

Allerdings ist dies in Irland nicht auf nationaler Ebene und ganz so genau gesetzlich geregelt. Jeder Platz hat prakisch seine eigene Regelungen; es gibt keine nationale Gesetzgebung, die z.B. die Verwendung des obigen Formulars stützt. Bei Unklarheiten kann man sich auch telefonisch unter 00353 (0) 878061726 beim Zoll melden, oder man informiert sich vorab bei dem entsprechenden irischen Zielflugplatz über die geltenden Prozeduren. In jedem Fall aber sollte man nicht den Fehler begehen, zu denken, man habe (z.B. bei einem Flug von UK in die Republik Irland) mit der Versendung des GAR-Formulars z.B. über onlinegar.com schon alles erledigt. Denn dieses geht erstmal *nur an die britischen Behörden*. Nutzt man aber auch auf der irischen Seite einen Nicht-Zollplatz, so müssen natürlich auch die dortigen Behörden vorab informiert werden. Das gilt natürlich auch anders herum, also für eine Flug von der Republik Irland in Richtung UK.

Die Regelungen zur Ein- und Ausreise an den kleineren irischen Plätzen sind insgesamt viel uneinheitlicher geregelt als in UK. Wie gesagt: man sollte sich diekt bei dem entsprechenden Flugplatz informieren, was gemacht werden muss und welche Fristen gelten. Tendenziell werden die Dinge von den Behörden in Irland etwas lockerer genommen, als dass in UK der Fall ist, so dass man diesbezüglich in Irland meist keine Probleme hat, auch wenn die 24-Stunden-Frist einmal nicht ganz eingehalten werden kann. Man sollte aber nicht abends um 20 Uhr ein Fax senden (wenn es niemand mehr sieht), wenn man am kommenden Morgen um 8 Uhr landen möchte... logisch!

*Dies ist eigentlich kein "offizielles" und landesweites Formular oder Verfahren. Es funktioniert aber trotzdem. Ganz pragmatisch gesehen kann man natürlich auch einfach nur eine Kopie des britischen GARs an die Iren senden; so spart man sich das Übertragen der Daten auf ein neues Formular (der Inhalt ist schließlich identisch). Hauptsache, man meldet sich überhaupt mit den entsprechenden Daten an.

Die Kanalinseln / Channel Islands

Auch hier darf man nicht den Fehler begehen, zu denken, man habe (z.B. bei einem Flug zwischen UK und den Kanalinseln) mit der Versendung des (UK-) GAR-Formulars (z.B. über onlinegar.com) schon alles erledigt. Denn dieses geht wie gesagt erstmal nur an die britischen Behörden. Die Kanalinselstaaten Jersey auf der einen, sowie Guernsey und Alderney auf der anderen gehören per se nicht zum Vereingten Königreich und haben deshalb ihre ganz eigenen Zoll- und Einreiseformalitäten!

Allerdings ist auf den Channel Islands die Zoll- bzw. Einreiseangelegenheit vergleichsweise sehr einfach, denn auch dort füllt man zu Zoll- und Einreisezwecken einfach ein dem UK-GAR sehr ähnliches Formular aus (das Verschicken einer Kopie des UK-GAR ist als Dokument auf den Kanalinseln nicht ausreichend). Und: es gibt dort keine strikte Vorlauffrist für die Absendung. Auch für den Abflug ist übrigens jeweils ein solches Formular notwendig. Es ist aber immer, auch hinsichtlich Zollfreimengen immer zu bedenken: Die Channel Islands sind unter Zollgesichtspunkten nicht Teil der EU!

Der Staat Jersey erlaubt zwar noch keine (mit UK vergleichbare) automatisierte Online-Aufgabe seines GARs (welches dort übrigens eher als "Gendec" bezeichnet wird), aber zumindest eine Art e-mail-Versendung mittels eines JavaScript-Macros (man muss das pdf dafür zunächst lokal speichern!). Aber wie gesagt: es gibt hier keine konkrete Vorlauffrist, sondern es reicht, das GAR vor dem Abflug Richtung Jersey bzw. vor Abflug in Jersey abzuschicken. Zur Not reicht es aber auch, wenn man das GAR nach der Landung auf Papier bei OPS oder seinem Handling-Agent (d.h. in der Regel also dem Jersey Aeroclub) einreicht.

Ähnlich läuft das ganze auf Guernsey und Alderney (die Insel Alderney gehört verwaltungstechnisch zur Vogtei Guernsey), wobei dort keine E-mail-Versendung vorab möglich ist. Hier sind alle diesbezüglichen Infos sowie das entsprechende Formular zur Verfügung gestellt. Das Formular kann auch erst vor Ort eingereicht werden. Für Flüge zwischen Guernsey und Alderney ist logischerweise kein GAR notwendig.

Zusammengefasst: wie gesagt, die Zoll- und Einreisethematik auf den Kanalinseln selbst ist easy zu managen. Die Herausforderung liegt daher eher darin, zu beachten, was andere Länder ihrerseits fordern, wenn von Ihnen aus auf die Kanalinseln fliegt oder daher kommend einfliegen will. Was das Vereinigte Königreich fordert, ist ja etwas weiter oben geschildert. In anderen Ländern wie Frankreich oder Irland ist es alles etwas einfacher, man muss schlicht und einfach vorher (bzw. nachher) ein "Zollflughafen" verwenden und fertig.

Isle of Man

Der Airport der Isle of Man (Ronaldsway, EGNS) ist ein Speziallfall, da er zwar Zoll und Immigration hat, allerdings keine Polizei. Daher muss man bei solchen Flügen, die polizeilich relevant sind (also solchen von und nach Irland, Nordirland, Großbritannien und den Kanalinseln) auch hinsichtlich der Isle of Man die 12-Stunden-Frist berücksichtigen.

Das GAR der Isle of Man kann man hier downloaden.

GARs an die Isle of Man sind zu senden an:

Fax: 0044 1624 648183
email: iomflightgar@gov.im

Im Gegensatz zu den Kanalinseln ist die Isle of Man Teil einer Zollunion mit dem Vereinigten Königreich. Daher kann man eben (wie weiter oben schon angeführt) bei Flügen zwischen der Isle of Man und dem Königreich (auf UK-Seite) jeden beliebigen Platz verwenden, solange man dies per GAR mit 12 Stunden Vorlauf so anmeldet.


© 2012-2018 | Philipp Tiemann