Flugvorbereitung/Sprit
Treibstoffversorgung / Tanken in UK (Preise Stand Frühjahr 2018, Umrechnungskurs: 1 Pfund = 1,14 Euro)

1) AVGAS 100LL

Da die allgemeine Luftfahrt in Königreich seit dem Zweiten Weltkrieg fest in der Gesellschaft verankert und landesweit recht gut vertreten ist, ist auch die Versorgung mit AVGAS 100LL überwiegend hervorragend. Soll heißen: sie ist mindestens mit der in Deutschland vergleichbar. Einzige Ausnahme: in Teilen Schottlands, z.B. auf den Hebriden, gibt es aus logistischen Gründen mancherorts kein Avgas, so dass man dort schon etwas genauer planen muss.

Das Preisniveau liegt (mit ein paar interessanten Ausnahmen, siehe weiter unten) weitestgehend auf deutschem Niveau, bzw. aufgrund des derzeit recht günstigen Pfunds leicht darunter. Es gibt aber allgemein bei den Preisen eine etwas größere Streuung. Die günstigsten Preise liegen derzeit bei umgerechnet ca. 1,85 Euro; die höchsten Preise liegen bei ca. 2,60 Euro pro Liter (wobei es diese hohen Preise eigentlich ausschließlich in Teilen Schottlands gibt). Schottland ist was Sprit angeht allgemein teurer als der Rest von UK.

Der Durchschnittspreis liegt in UK derzeit umgerechnet bei ca. 2,10 Euro, ist also etwas günstiger als in Deutschland. Aber wie gesagt, die Streuung ist groß. Daher lohnt es sich schon, sich vorab ein bisschen umzuschauen.

Eine stets recht vollständige und aktuelle Auflistung der 100LL-Preise gibt es im Forum der britischen Fliegerzeitschrift "Flyer" (geordnet nach Preis):

Avgas Price League Table 

Außerdem gibt es innerhalb der Skydemon-App eine immer sehr gut gepflegte Datenbank für Avgaspreise in UK.

Folgende weitere Tipps:

Channel Islands

Aufgrund ihres Sonderstatus' (nicht Mitglied der EU) ist auf allen drei Kanalinseln das Tanken umsatz- und mehrwertsteuerfrei; der Preis in Jersey und Guernsey beträgt ca. 1,35 Euro, wobei AOPA-Mitglieder in Guernsey und Jersey darauf nochmals einen Rabatt von ca. 10 cent bekommen! Alderney ist stets ca. 15 cent teurer.

Bedenken sollte man allerdings, dass ein purer Tankstopp auf den Kanalinseln bei einem Flug, sagen wir mal, von Deutschland nach England, einen doch recht großen Umweg bedeutet und daher vielleicht doch nicht so lohnenswert ist wie es zunächst erscheint. Beim Ausflug aus UK (egal wohin) gibt es ohnehin die Möglichkeit, dank Mineralölsteuerabzug und teilweise Mehrwertsteuerabzug den Spritpreis nahezu auf Kanalinsel-Niveau zu reduzieren (siehe dazu den folgenden Abschnitt).

Wenn man aber einen Aufenthalt auf den sehr schönen Channel Islands (siehe entsprechenden Abschnitt unter "Flugziele") ohnehin geplant hat, sollte man vor Ort natürlich auch volltanken. Auch Jet-A ist auf den Kanalinseln unglaublich günstig.

Excise Duty Drawback

Bei Flügen von UK ins Ausland kann man sich die Mineralölsteuer auf den in UK getankten und (wichtig:) davon zum Zeitpunkt des Abflugs aus UK noch in den Tanks befindlichen Kraftstoff zurückerstatten lassen ("drawback"). Dadurch reduziert sich der Treibstoffpreis mal eben um knapp einen halben Euro pro Liter!

Früher ging dies so: ein entsprechendes pdf -Formular ("HO60") ausdrucken, ausfüllen, dies zum HMRC nach Newcastle schicken und 6 Wochen später bekam man einen Scheck vom Schatzkanzler Ihrer Majestät. Hat zwar zuverlässig funktioniert, war aber doch recht kompliziert. Außerdem war es so, dass es (je nach Bank) ca. 15-20 Euro an Gebühren kostete, diesen in Pfund ausgestellten Scheck einzulösen. Aber dennoch: Ab ca. 100 Litern aufwärts lohnt sich dieses Verfahren schon sehr.

Mittlerweile jedoch ist es nicht nur möglich, den Betrag durch Angabe der entsprechenden Koordinaten direkt auf das eigene Bankkonto überweisen zu lassen (und so deutlich weniger Bankgebühren zu bezahlen); es ist jetzt auch möglich, das Formular in einem mehrschrittigen Online-Prozess auszufüllen. Am Schluß muss man es aber leider doch wieder ausdrucken und per Post verschicken. Hier der Link:

HO60 - Claim for drawback of duty paid on oils used as fuel on foreign-going aircraft 

Füllen Sie das Formular Schritt für Schritt aus. Folgende Tipps dazu:

Die anzusetzende, pauschale "Drawback-Rate" für Avgas beträgt (unabhängig vom effektiv bezahlten Spritpreis) derzeit 0,377 Pfund pro Liter.

Da man den Drawback auch auf Treibstoff geltend machen kann, welcher nicht unmittelbar vor Abflug aus UK getankt wurde (insoweit dieser zum Zeitpunkt des Abflugs aber noch im Tank war) gibt es die Möglichkeit, dies auf dem Formular darzustellen ("quantity on which drawback is claimed").

Der Einfachheit hier noch einmal explizit die Adresse, an die das Formular geschickt werden muss:

HMRC Mineral Oil Reliefs Centre
Local Compliance
BP4002, Benton Park View,
Newcastle upon Tyne, NE98 1ZZ
United Kingdom

Zur Info: Einige (wenige) Plätze in UK erlauben es, gleich direkt beim Tankvorgang die Mineralölsteuer vom zu zahlenden Gesamtpreis abzuziehen, wenn man mittels Flugplan nachweisen kann, dass man mit dem kommenden Flug UK verlassen wird. Beispiele solcher Plätze sind Lydd (EGND), Newcastle (EGNT) und Cambridge (EGSC). In Lydd z.B. zahlt man dann nur ca. 1,65 Euro pro Liter. Sehr günstigs ist der Sprit (da hier neben der Mineralölsteuer außerdem gleich auch direkt die Mehrwertsteuer abgezogen wird) an ein paar Flugplätzen in Nordirland; in Enniskillen (EGAB) kostet der Liter ca. 1,75 Euro; in Londonderry (EGAE) ist der Preis ähnlich.

An anderen Plätzen (z.B. Gloucester EGBJ, Southend EGMC, Exeter EGTE, Dunkeswell EGTU) wird wiederum (im Fall eines darauf folgenden Ausflugs aus UK) beim Tanken zunächst lediglich die Mehrwertsteuer abgezogen. Man kann daraufhin dann natürlich noch selbst die Mineralölsteuer "claimen", wodurch man dann ebenfalls ungefähr auf das Preisniveau von Nordirland und den Kanalinseln kommt. Warum dieser Mehrwersteuerabzug an einigen wenigen Plätzen möglich ist, an den meisten anderen aber nicht, bleibt leider unklar. Eine einheitliche Handhabe gibt es aber definitiv nicht.

Bei Flügen auf die Isle of Man ist übrigens kein Drawback möglich, denn die Isle of Man gehört zwar nicht zu UK, bildet aber mit UK eine Art Zoll- und Steuerunion.

Andere Länder

In Frankreich liegt der Preis für 100LL derzeit allgemein bei ca. 1,80 - 2,10 Euro. Damit ist Avgas dort meist geringfügig günstiger als in UK (und spürbar günstiger als in Deutschland), aber teurer als in auf den Channel Islands und in der Regel auch etwas teurer als steuerfreies Benzin in UK.

Vermeiden sollte man auf dem Weg nach UK und zurück Richtung Deutschland das Avgas-Tanken in den Niederlanden, da dort der Preis meist noch etwas über denen in Deutschland liegt. Ferner sind die Landegebühren auf den meisten niederländischen Plätzen ziemlich hoch. Auf den kontrollierten Plätzen wird außerdem noch eine ATC-Gebühr erhoben (Eurocontrol treibt diese separat ein). Und: seit 2016 wird an den holländischen Plätzen bei Flügen von und zu den Britischen Inseln die Aufgabe eines GenDecs gefordert, und das, obwohl man ja dann ohnehin dort nur "internationale" Plätze verwenden darf. Immerhin: an vielen kleineren Plätzen in den Niederlanden gibt es halbwegs bezahlbares Mogas.

In Belgien liegt der Preis für Avgas meist auf oder tendenziell geringfügig unter dem deutschen Niveau.

Wer über Norwegen nach UK fliegt, sollte unbedingt vor dem Abflug in Norwegen noch einmal so voll wie möglich tanken; der Liter 100LL kostet dort (bei Ausflug in ein beliebiges anderes Land) nur ca. 1,20 Euro!

Der Preis für 100LL auf der Isle of Man (Ronaldsway Airport) liegt in etwa im durchschnittlichen Bereich englischer Plätze.

Irland

Avgas gibt es in Irland recht verbreitet, allerdings in vielen Fällen nicht an den sehr kleinen Plätzen. Ferner ist das Avgas in Irland - zumindest wenn voll versteuert - meist eher einen Tick teurer als in UK, d.h. ca. 2,20 - 2,80 Euro pro Liter. Außerdem ist Irland dafür bekannt, etwas "unzuverlässig" bei der Spritversorgung zu sein. Wenn ein Platz kein Avgas mehr hat, wird a) erst neuer Sprit bestellt, dann b) ein NOTAM herausgebracht und dann c) darauf gewartet, bis der neue Sprit da ist. Manchmal wird aber gar komplett vergessen, ein NOTAM zu veröffentlichen...

Früher konnte man bei den meisten etwas größeren Plätzen bei Ausflug aus Irland in den Genuss von duty-free und VAT-free kommen und so dann sehr günstig tanken. Leider wurde 2012 durch eine Haushaltsmaßnahme der Möglichkeit, duty-free zu tanken ein Ende bereitet. Das heisst also, dass private Flieger auch dann, wenn sie ins Ausland fliegen, den vollen Literpreis (voll versteuert) zahlen müssen. Der einzige Möglichkeit, wirklich günstig zu tanken, ist daher nun Nordirland, mit darauf folgendem Ausflug aus UK (siehe weiter oben).

Allgemeine Tipps zum Thema Tanken (Avgas) in UK:

- Bei der Planung aufmerksam das Aerodrome Directory der AIP bzw. des Jeppesen studieren. AVGAS100LL wird bei Jeppesen mit „F-3“ abgekürzt. Auch die britischen Flight-Guides enthalten in der Regel recht zuverlässige Informationen zur Verfügbarkeit von Sprit.

- Öffnungszeiten der Tankstellen: die lizensierten, mittelgroßen Verkehrslandeplätze haben in UK (auch im Sommer) oft nur bis 18 Uhr oder gar nur 17 Uhr local geöffnet. Dementsprechend kann auch oft nur bis zu dieser Uhrzeit getankt werden.

- Verfügbarkeit in Schottland: In Teilen Schottlands sind die Avgas-Quellen recht dünn gesäht. Dies gilt insbesondere für die Hebriden im Westen des Landes. Dort gibt es Avgas nur auf Islay (EGPI) und in Stornoway (EGPO). Klassischer Tankstopp bei Flügen in dieser Gegend ist daher Oban (EGEO). An allen diesen Plätzen ist das Avgas allerdings ziemlich teuer.

Auch auf den Orkneys gibt es Avgas nur auf dem Hauptflughafen Kirkwall (EGPA). Auf all den anderen kleinen Inselplätzen ist keins zu bekommen. Ähnliches gilt für die Shetlands (Avgas nur in Sumburgh und Tingwall). Auch hier ist der Sprit stets teuer.

- Möchte man direkt nach der Landung tanken (immer dringend empfohlen), dies der Flugleitung bzw. dem Turm am besten gleich beim Abrollen von der Piste (oder gar schon während des Anflugs) mitteilen, um Wartezeiten zu vermeiden. Dabei immer betonen, dass man AVGAS braucht, damit man nicht zum falschen Platz gelotst wird, bzw. der falsche Truck kommt. Im Übrigen gibt es an einigen etwas größeren Plätzen (z.B. Biggin Hill EGKB oder Southend EGMC) die Wahl zwischen einem Betankungsservice per Tanklaster, oder der Self-Service-Betankung an einen fixen Tankstelle. Letzteres kostet dann meist ein paar Pence pro Liter weniger

- Darüber hinaus wird in einigen Fällen für die Bezahlung per Kreditkarte eine nicht unwesentliche Gebühr erhoben. Dies am besten vor dem Tankvorgang klären.

- Wie oben schon angedeutet, ist der Preis für Avgas in UK noch etwas uneinheitlicher als z.B. in Deutschland. Daher lohnt es sich, im Vorwege den Preis in Erfahrung zu bringen (siehe oben). Außerdem: einige Plätze erlassen oder reduzieren - wenn man dort tankt - die Landegebühr, was oftmals mehr ausmachen kann als ein paar cents Preisdifferenz beim Benzin.

2) AVGAS UL91

Was ist das?

Hierbei handelt es sich um das ursprünglich von der Firma TOTAL vor einiger Zeit eingeführte, mit 91 Oktan versehene Avgas. Diese Oktanangabe bezieht sich freilich auf MOZ und kann daher nicht ohne Weiteres mit den Oktanangaben bei Mogas (ROZ) verglichen werden. Es ist auch sonst in keinster Weise mit Mogas gleichzusetzten; es handelt sich um ein Avgas. Genau gesagt ist es mehr oder weniger einfach nur 100LL ohne den Bleizusatz, was dazu führt, dass das Produkt "nur" 91 Oktan (MOZ) hat. Es ist damit am ehesten mit dem seit vielen Jahren in Schweden verfügbaren Hjelmco 91/96UL zu vergleichen. In jedem Fall ist es garantiert ethanolfrei.

Wer kann es benutzen?

Zunächst einmal kann UL91 natürlich in allen Flugzeugen verwendet werden, die ohnehin bereits für den Betrieb mit Mogas zugelassen sind. Darüber hinaus aber kann UL91, da es (im Gegensatz zu "Straßentankstellenbenzin") Avgas-Standard (ASTM 7547) entspricht, ohne Bedenken hinsichtlich Ethanol-Anteil, Dampfblasenbildung etc. verwendet werden, aber eben nur für Flugmotoren, die für den Betrieb mit diesem Treibstoff freigegeben sind. Das sind derzeit sämtliche Rotax-Motoren (zertifiziert und nicht-zertifiziert) der 912er und 914er Baureihe. Außerdem sind auch eine ganze Reihe Lycoming-Motoren für UL91 zugelassen (fast alle Saugmotoren, teilweise auch die größeren mit Benzineinspritzung). Bei diesen muss dann allerdings ein Öl-Additiv (Anti-Scuffing Agent) verwendet werden, welches aber in vielen Ölen ohnehin bereits enthalten ist.. Bisher sind noch keine Continental-Motoren zugelassen, wobei in solchen Contis, die ohnehin für Mogas zugelassen sind (C-90, O-200, O300) technisch gesehen natürlich bedenkenlos UL91 verwendet werden kann.

Das besondere: Es ist keine weitere Zulassung für die Flugzeugzellen notwendig, insofern diese bereits gemäß Handbuch für Avgas zugelassen sind und eben der Motor für UL91 freigegeben ist.

Verfügbarkeit?

UL91 ist derzeit an ca. 15 britischen Flugplätzen verfügbar; die Zahl wächst derzeit kaum mehr (ein paar Plätze haben es sogar wieder abgeschafft). Meist handelt es sich um mittelgroße, recht aktive VFR-Verkehrslandeplätze mit ausreichend langen Bahnen. UL91 ist aber bisher an keinem "größeren" Flughafen verfügbar. In Irland gibt es UL91 bisher nicht.

Übrigens gibt es UL91 auch an ca. 10 (kleineren) Plätzen in Frankreich; leider aber ist keiner dieser Plätze Zollplatz. Außerdem gibt es UL91 in Belgien (Grimbergen EBGB), in der Schweiz (Bressaucourt LSZQ) sowie mittlerweile auch immer mehr in Deutschland, wo an den "TOTAL-Plätzen" das frühere Mogas-Angebot durch UL91 ersetzt wurde.

Preis?

Der Preis pro Liter liegt in UK ist mittlerweile durchschnittlich leider auf dem selben Niveau wie von 100LL angesiedelt. Dies war Anfang 2012 durchaus noch etwas anders. Mittlerweile - so der Vorwurf einiger Leute - sahnen TOTAL und Co. ordentlich ab. Die Realität ist aber wohl eher, dass es aufgrund des einhergehenden hohen Logistikaufwands und der geringen Absatzmengen einfach kaum günstiger geht. An ein paar Plätzen ist 91UL mittlerweile sogar etwas teurer als 100LL.

Immerhin: Viele Betreiber berichten von deutlich geringeren Problemen mit Ablagerungen auf den Zündkerzen und Ventilsitzen, als dies bei Benutzung von 100LL der Fall ist.

Übrigens gilt für UL91 die selbe Duty-Drawback-Rate wie für 100LL.

Eine ideale Übersicht über die Verfügbarkeit und Preise von UL91 gibt es wiederum beim Flyer Forum:

UL91 Price League Table 

3) AUTOSUPER / BLEIFREI / "MOGAS"

Im Jeppesen ist Mogas mit "F-6" abgekürzt. Mogas ist aber (von einer richtigen Zapfsäule) nur an sehr wenigen Plätzen in UK verfügbar. Drei Beispiele sind die Plätze Northampton-Sywell (EGBK), Ashcroft (EGCR) und Eshott (bei Newcastle). Die Preisdifferenz von Mogas zum (qualitativ hochwertigerem) Avgas UL91 ist zwar nicht riesig, aber dennoch deutlich spürbar (ca. 30 cent). Anderserseits stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, die höhere Gefahr von Ethanolbeimischungen beim Mogas in Kauf zu nehmen.

Hier gibt es eine (allerdings nicht sehr aktuelle) Liste von Plätzen, die Mogas zur Verfügung stellen.

Sparen kann man mit Mogas allerdings umso mehr, wenn man Kanisterbetankung mit Tankstellensprit macht. Dies ist aber an den größeren (=überwachten) Plätzen oft kaum möglich; außerdem muss man dabei noch etwas mehr auf etwaige erhöhte Ethanolanteile achten. An kleinen und ganz kleinen Flugplätzen ("farm strips") und allgemein in der Mircolight-Szene ist diese Art der Betankung hingegen absolut üblich. Verbraucht Ihr Flieger weniger als 20 Liter pro Stunde (Rotax, Jabiru, Limbach, etc.), kann das eine sehr gute Alternative sein. ABER: Unbedingt stets die Premium-Sorte nehmen; bei diesen ist nämlich das Ethanolrisiko am geringsten. Kosten dann derzeit so ca. 1,50 Euro pro Liter.

Insbesondere in Irland kann man Mogas auf sehr vielen kleinen Vereinsplätzen bekommen (allerdings meist nur aus Kanistern).

4) JET A-1 ("AVTUR") / DIESEL

Jetfuel wird in UK als "AVTUR" (steht für "Aviation Turbine") bezeichnet und ist dort sehr günstig, u.a. da dieses nur mit einem sehr geringen Mehrwertsteuersatz von 5 Prozent belegt ist. Außerdem wird in UK bei Jetfuel an der Tankstelle zunächst keinerlei Minerölsteuer fällig. Diese ist zwar genau genommen im Nachhinein beim britischen Zoll zu entrichten, wenn der Treibstoff für nicht-kommerzielle Zwecke genutzt wird; Ausländer machen das in der Praxis nie und das geht auch so durch.

Jet gibt es praktisch an allen größeren Flughäfen sowie an den meisten mittelgroßen Plätzen; selten auch an sehr kleinen Plätzen. Der Liter kostet ca. 0,75 bis 1,15 Euro; die prozentualen Schwankungen sind also recht groß. In Irland ist der Preis ähnlich. Tendenziell noch günstiger is Jet A-1 auf den Kanalinseln. Am günstigsten tankt man Jetfuel in Mitteleuropa nach wie vor in Luxemburg (ELLX); auf der Strecke zwischen den südlichen Teilen Deutschlands und UK kann man das also recht gut als Tankstopp einbauen. Ohne Landegebührenkonto in ELLX (welches man mittlerweile nicht mehr ganz so einfach bekommen kann) muss man dort allerdings auch bei einem reinen Tankstopp ein Handling bezahlen (das Handling braucht man, um die Landegebühr bezahlen zu können....).

In Belgien ist Jetfuel ebenfalls sehr günstig (leicht unter 1 Euro).

Auch bei Jetfuel lohnt sich in UK ein Blick in das Flyer Forum und den dortigen Jet-A1 Price League Table.

Ansonsten gelten grundsätzlich dieselben Tipps wie im Abschnitt über AVGAS.

Aufgrund des in UK und Irland sehr günstigen Jetfuel-Preises macht es kaum Sinn, stattdessen Diesel zu tanken. Man kann diesen ohnehin an keinem Flugplatz bekommen, aber natürlich an einer möglicherweise nahe gelegenen Autotankstelle (ca. 1,50 Euro pro Liter), was für Flieger mit TAE-Motor oder Austro-Motor zumindest eine Notlösung sein kann (allerdings eher nur an "unbewachten" Flugplätzen).

Übersicht

Hier gibt es nochmal eine Übersicht zu den Preisen aller vier Treibstoffsorten in UK. Hierbei ist allerdings Vorsicht geboten, da die Liste alphabetisch geordnet ist und viele Preise durchaus schon etwas veraltet sind. Solche, die mehr als ein paar Monate alt sind, können natürlich in der Regel nicht mehr als sehr zuverlässig erachtet werden.  


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