Flugdurchführung/UL
UL-Fliegen in UK

1. In UK ein G-registriertes UL chartern

Der Begriff "Ultralight" ist in UK kaum geläufig. Stattdessen wird meist der Begriff "Microlight" benutzt Der britische UL-Verband ist die BMAA.. Es sei darüberhinaus nur kurz angemerkt, dass es in UK darüberhinaus noch die Vereinigung LAA gibt, welche von der CAA mit der Vergabe und Verwaltung so genannter "permits-to-fly" (PTF) für Homebuilts und viele andere Non-EASA-Flugzeuge betraut ist. Diese Flugzeuge werden dann als "LAA-types" bezeichnet.

Microlights gibt es in UK nur eher selten kommerziell zu chartern. Ferner wird der deutsche UL-Schein leider nicht auf britischen Microlights anerkannt. Diese Route verschließt sich damit leider weitgehend.

2. Mit einem D-registrierten UL nach UK fliegen

Es ist für den Einflug nach UK mit einem D-registrierten (fabrikgebauten) UL eine Genehmigung von Seiten der britischen CAA notwendig. Hier hat es zwar in den letzten Jahren weitgehende Erleichterungen gegeben; so müssen z.B. irische ULs in UK (und umgekehrt britische ULs in Irland) überhaupt kein Permit mehr beantragen. Auch F-regisitrierte ULs haben mittlerweile eine Blanko-Genehmigung. Außerdem gibt es in UK mittlerweile generelle Befreiungen für alle Homebuilts aus jeglichen Registrierungsländern. Leider trifft das aber eben nicht auf fabrikgefertigte, D-registirerte ULs zu, so dass man mit den meisten D-MXXX nach wie vor ein Permit (eine so genannte "Exemption") beantragen und erhalten muss, um damit legal in UK fliegen zu können. Das Permit sollte man dann natürlich auch mitführen.

Die Kontaktdaten des zuständigen Büros innerhalb der CAA können Sie folgendem Dokument entnehmen, welches von der EMF aufgelegt und ständig aktualisiert wird:

"MLA Flying in Europe" 

Folgende Dokumente werden für eine Exemption benötigt und müssen in Kopie an die CAA gesendet werden:

Eintragungsschein, Lufttüchtigkeitszeugnis, Nachprüfschein und Versicherungsnachweis gemäß EU Regulation 785/2004.

Die Gebühr für die Austellung des Permits beträgt ca. 66 Pfund. Das Ganze dauert ein paar Tage. Das Permit ist dann 28 Tage pro Kalenderjahr gültig. Es gilt auch für Nordirland, die Channel Islands und die Isle of Man.

Seit 2012 ist wie schon gesagt für Homebuilts kein Permit mehr notwendig.

Einige Leute stellen sich gelegentlich die Frage, ob es überhaupt jemanden interessiert, wenn man ohne Permit fliegt, zumal man mit ULs ja meist nur auf kleineren Plätzen unterwegs ist, wo praktisch nie irgendwelche Kontrollen stattfinden. Grundsätzlich wird das Permit zwar in der Tat praktisch nie kontrolliert; man sollte aber natürlich in diesem Fall keinen Unfall bauen oder in irgendeiner anderen Art und Weise negativ auffallen. Your choice.

Reine UL-Piloten brauchen übrigens keine ICAO English Proficiency.

Anzumerken ist noch, dass Belgien (was ja für viele auf dem Weg nach UK liegt) genau genommen für ULs und Homebuilts eine Einfluggenehmigung fordert und diese auch kostenpflichtig ist (ca. 95 Euro!). Tatsache ist aber auch, dass jahrlich hunderte von UL-Piloten ohne diese Genehmigung in Belgien landen und es praktisch nie zu Kontrollen und Strafen kommt. Außerdem kann man ja wenn man unbedingt will auch südlich herum Belgien ausweichen und via Frankreich fliegen.

3. Mit einem D-reg. UL nach Irland:

Das entscheidende Dokument von Seiten der irischen CAA ist hier zu finden:

"Temporary Operation using a Foreign Microlight Aircraft and / or Microlight Pilot License" 

Zusammengefasst: "Ausländische" UL-Piloten müssen ihre UL-Lizenz validieren lassen. Ausnahme ist, wenn der Pilot außerdem einen PPL oder höher hat. Hilft aber auch nicht viel, denn auch für das Flugzeug ist eine Validierung der Papiere notwendig. Die Dauer der Permits beträgt jeweils drei Monate. Die Gebühren betragen 75 Euro. Kontaktdaten sind dem o.g. Dokument zu entnehmen.

Interessanterweise ist für Irland kein englischsprachiges Funksprechzeugnis notwendig.

4. Allgemeines zum UL-Fliegen in UK:

Was die Benutzung der Flugplätze angeht, so gibt es auch bei großen Plätzen recht wenige Beschränkungen. Einige, teilweise auch kleinere Plätze möchten aber grundsätzlich keine Microlights haben (z.B. auch Blackbushe, EGLK) Bei anderen trifft dies nur auf gewichtskraftgesteuerte ULs zu. Die Infos sollte man einem der Flight-Guides entnehmen oder im Zweifel bei dem Platz direkt erfragen (die allermeisten sind ja ohnehin PPR). Auch was Lufträume angeht, unterliegen ULs keinen besonderen Beschränkungen und dürfen - insofern sie das entsprechende Funk- und Transponder-Equipment an Bord haben - alle nach VFR zugänglichen Lufträume nutzen.

Sehr gut "geeignet" für UL-Piloten sind speziell der Norden Schottlands sowie Irland, wegen der zahlreichen, sehr schönen, aber oft (für klassische Motorflugzeuge) ziemlich kurzen und anspruchsvollen Pisten. Außerdem tendieren ULs bei regenweichen Pisten nicht so stark zum Einsinken. Man sollte aber unbedingt Verzurrmaterial mitführen.

Bei Flugplänen muss bei ULs im Feld für den Flugzeugtyp "ULAC" eingetragen werden, und dann in Feld 18 ein Remark mit der Form "Type / [Flugzeugmuster]" erfolgen. Im Funk werden Ultraleichts in UK als "Microlights" bezeichnet.

Zuguterletzt auch ein paar Infos für die Motorschirmflieger. Fliegerkamerad Robert Schlemminger hat mir einige Infos zum Thema "Motorschirmfliegen in UK" zur Verfügung gestellt, welche geneigte Leser hier finden können.


© 2012-2018 | Philipp Tiemann
flugdurchfuehrung